11. Nov. 2019
Die FS Meteor auf See.

Die FS Meteor auf See.

Der westliche tropische Atlantik, ein Treffpunkt für Wasser, die aus Regionen überall auf der Welt kommen – Ein Beitrag von Josephine Herrford

An Bord des Forschungsschiffs METEOR segeln wir derzeit durch den westlichen tropischen Atlantik. Diese Region ist sehr interessant für mich, Josephine Herrford, und anderen Ozeanographen, da sie die Kreuzung verschiedener Strömungen ist, die Wasser von allen möglichen abgelegenen Regionen auf der Welt transportiert. In der Ozeanographie sind "Wassermassen" ein fundamentales, aber auch relativ abstraktes Konzept. Atmosphärische Bedingungen wie Niederschlag, Temperatur oder Wind beeinflussen die Charakteristik des Wassers der Ozeanoberfläche. In manchen Regionen führt dies zu Formationen von dichtem Wasser, das – weil es schwerer ist – hinabsinken muss und sich dort nach Schwere schichtet. Wir vermuten, dass sobald solches Wasser die Oberfläche verlässt, es sich wie ein geschlossenes Volumen verhält und die Charakteristik auf seiner Oberfläche beibehält. Diese "Päckchen" oder "Wassermassen" werden typischerweise von den Strömungen erfasst und fortgetragen.

Die Benutzung des CTD wärhend der M159 Expedition.

Bild: Marie Hundsdörfer

Mean distributions of temperature and oxygen (salinity is overlayed in magenta) along the 35°W meridian –from the Brazilian coast northward. These sections represent the average of 12 previous cruises (1990-2004) along this route and nicely show the different patches of properties characterizing different water masses.

Bild: Herrford et al., 2017
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Die Benutzung des CTD wärhend der M159 Expedition.

Bild: Marie Hundsdörfer

Mean distributions of temperature and oxygen (salinity is overlayed in magenta) along the 35°W meridian –from the Brazilian coast northward. These sections represent the average of 12 previous cruises (1990-2004) along this route and nicely show the different patches of properties characterizing different water masses.

Bild: Herrford et al., 2017

Im westlichen tropischen Atlantik vor Brasilien treffen sich verschiedenen Strömungen und Wassermassen: In den oberen 1000 Metern der Wassersäule kommen salzige Wassermassen den ganzen Weg vom Indischen Ozean und begegnen sehr frischen Wassermassen, geformt in der starken Antarktischen Circumpolarströmung. In tieferen Schichten gibt es enorme Mengen von hoch sauerstoffhaltigem Wasser, geformt im Nordatlantischen Sandwich, wo sich die kältesten und dichtesten Wasser aller Ozeane formen, die beide eine abgrundtiefe Schichtung entstehen lassen.

Obwohl ich in diesem Bereich nun schon einige Jahre arbeite, bin ich immer noch fasziniert von den Skalen: Manche dieser Wassermassen sind seit Jahrzenten von der Oberfläche isoliert, sie reisen einfach durch den Ozean und interagieren nur wenig mit anderen Wassermassen oder der Topographie. Manche sind zehntausend Kilometer gereist, ehe sie vor der Küste Brasiliens ankamen. Zusammen machen sie 20 – 30 % des ganzen Ozeanvolumens aus. Die kältesten Wasser formen sich in der Antarktischen Region und füllen alle Abgrundebenen der südlichen Hemisphäre. Und wir Ozeanographen können diese besondere Region mit dem Schiff besuchen und einige Sensoren an einem CTD (Conductivity-Temperature-Depth; siehe Abbildung 1) in 4000 oder 5000 Meter Tiefe hinablassen und uns die Messungen von Temperatur und Sauerstoffverteilung ansehen. Mit dieser alten, aber bewährten Technik ist es uns möglich, alle oben beschriebenen Wassermassen zu unterscheiden sowie ihre Ursprünge abzuleiten:


Die Blogeinträge der FS METEOR gibt es ebenfalls unter: https://www.oceanblogs.org/m159/