31. Mär. 2014

Ein fliegender Fisch hat sich auf Deck der Meteor verirrt.

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Der Alltag ist eingekehrt auf der Meteor. Nach ersten Tagen voller neuer Eindrücke haben sich die Wissenschaftler mittlerweile in ihren Kajüten und Laboren auf dem Forschungsschiff eingerichtet. So auch Lisa Eßer, die für planeterde diesmal von unverhofften Besuchern auf Deck berichtet.

Nach nun schon fast 12 Tagen auf See hat sich so etwas wie Routine und Alltag eingestellt. Nach den aufregenden Abstechern zum Strömungswirbel und auf die Polarstern wird unsere Route auf dem Grid nun meist planmäßig verfolgt und meistens sind wir sogar etwas rascher unterwegs als gedacht. Jeder hat sich selbst und seine Labore eingerichtet und weiß dank Gesprächen und detaillierten Vorträgen nun auch genauer, was die vorher teilweise unbekannten Kollegen erforschen. Außerdem bietet unser Fahrtleiter Prof. Dr. Martin Visbeck vom GEOMAR Helmholtz-Zantrum für Ozeanforschung Kiel täglich eine freiwillige Vorlesung über physikalische Ozeanographie an, welche sehr interessant ist und uns neue Einblicke in die große Welt der Meere verschafft.

Fliegende Fische an Bord

Schon mehrere Male konnten wir jetzt fliegende Fische beobachten. Diese unter anderem hier im tropischen Atlantik vorkommenden Fische (Exocoetidae) haben flügelartige Flossen und können sich mit einem Sprung aus dem Wasser katapultieren und kurze Strecken im Gleitflug über die Wasseroberfläche segeln. Hier springen sie gelegentlich vor der Meteor zur Seite weg und besonders bei Schlauchboot-Fahrten sind sie gut zu sehen. Laut Literatur können sie Flughöhen von bis zu fünf Metern erreichen und so wundert es einen nicht, dass sich zwei Exemplare nachts zu ihrem Leidwesen „verkalkuliert“ haben und an Deck der Meteor gelandet sind, wo sie unbemerkt verendeten und am nächsten Tag von uns interessierten Wissenschaftlern gefunden und eingehend untersucht wurden. So kommt man manchmal auch unverhofft zu neuen Studienobjekten.

Lisa Eßer bei der Arbeit an Bord der Meteor.
Bild: E. Eßer
Die Sinkstofffallen sammeln Partikel aus dem Meerwasser.
Bild: E. Eßer
Mit einer gelben Boje werden die Sinkstofffallen gesichert.
Bild: E. Eßer

Sinkstofffallen

In der Mitte unseres Grids haben wir mit Abstand von zwei Tagen zwei Sinkstofffallen zu Wasser gelassen. Hierbei handelt es sich in unserem Fall um sieben bzw. acht Kunststoffkreuze mit jeweils zwölf Röhren, die in verschiedenen Abständen (also Tiefen) an einem Seil bis in eine Gesamttiefe von 600 Metern gelassen werden. In den Röhren befindet sich filtriertes Seewasser, eine Lösung aus Seewasser mit zusätzlichem Salz und 2% Formol. Die Lösung befindet sich aufgrund des erhöhten Salzgehalts und der damit erhöhten Dichte auf dem Boden der Röhre. Hier hinein sollen verschiedene Partikel aus dem Meerwasser sinken und dort bleiben, damit sie später analysiert werden können.

Als Aufrieb und Wiedererkennungshilfe sind mehrere kleine weiße und orangene Bojen an der Oberfläche am Ende des Seils befestigt, sowie eine große gelbe Boje, welche mit einem Licht und einem GPS-Sender ausgestattet ist und ihre Position stets an uns schickt. Die Montage und Einsetzung in den Atlantik waren sehr aufwändig, aber auch spektakulär, sodass sowohl von der Crew als auch der Wissenschaftsseite viele an Deck waren, um zu helfen oder Fotos zu schießen.  In fünf bzw. neun Tagen werden wir die Fallen wieder einsammeln und sind gespannt, was sie uns mit an Bord bringen.

Heute ist der Himmel nicht so klar wie die letzten Tage. Es ist recht bewölkt, sodass der Atlantik nicht so blau aussieht, wie wir es mittlerweile gewohnt sind. Dafür bringt das Wetter aber angenehmere Temperaturen zum Arbeiten mit sich.