04. Apr. 2014

Halbzeit! Festliche Stimmung an Bord.

Halbzeit! Schon zwei Wochen sind die Geowissenschaftler mit der METEOR auf Expedition. Noch dazu ist die erste Etappe der Wasserbeprobung gut verlaufen und die erste Sinkstofffalle erfolgreich geborgen. Das muss gefeiert werden, schreibt Lisa Eßer in ihrem vierten Logbucheintrag für planeterde.

Nach dem zweiten wöchentlichen Austausch unserer bisherigen Forschungsergebnisse stellten wir fest, dass die Hälfte unserer Forschungsfahrt schon herum ist, was wir dienstags abends zum Anlass nahmen das Bergfest zu feiern. Nachmittags wurde zuvor jedoch noch in einer großen, erfolgreichen Aktion die erste der beiden Sinkstofffallen wieder geborgen, von der jetzt alle Proben gefiltert und analysiert werden können.

Anschließend wurde das Deck von allen Arbeitsmaterialien geräumt. Ehe man sich versah, liefen Mannschafts- und Wissenschaftsmitglieder geschäftig wie Ameisen umher und brachten Tische, Bänke, zwei Grills, eine Musikanlage, bunte Lichterketten und eine Fahnengirlande an Deck und bauten alles festlich auf. Im Geologielabor, welches der erste Raum ist, wenn man von Deck hinein läuft, wurde der große Tisch freigeräumt und ein tolles Buffet mit verschiedenen Salaten, Baguettes, Brötchen, Ofenkartoffeln, Dips und Soßen hergerichtet und die Zapfanlage aufgestellt.

Das Highlight war aber ein ganzes Spanferkel, das der Koch extra zubereitet hat und von dem er feierlich jedem der wollte auf den Teller tat. Wenn man darüber nachdenkt, wirkt es etwas kurios, mitten auf dem Atlantik ein Spanferkel zu grillen. Aber genau solche Situationen machen die Reise zusätzlich zu etwas ganz Besonderem. Das Wetter war schön und die Stimmung sehr gut, da hier alle beisammen saßen und die meisten von uns die Arbeit für einen Abend ruhen lassen konnten, bevor es am nächsten Tag fleißig weiter ging.

Langsames Anfahren und Heraufangeln der Sinkstofffalle.
Bild: Elisabeth Eßer
So gemütlich kann es an Bord sein..
Bild: Elisabeth Eßer
Wenn nötig, packen auf der Meteor alle mit an - wie hier beim Bergen der ersten Sinkstofffalle.
Bild: Elisabeth Eßer

Fast täglich bietet unser Fahrtleiter eine Vorlesung über die Grundlagen der physikalischen Ozeanographie an, was besonders für diejenigen unter uns interessant ist, die aus anderen naturwissenschaftlichen Bereichen kommen. Hinzu kommen auch gelegentliche Filmabende, eine Vorstellung der verschiedenen Experimente an Bord oder Berichte über vergangene dienstliche oder private Seereisen. Da aufgrund des Schichtsystems nicht immer alle zu den entsprechenden Zeiten frei haben, wird bereitwillig getauscht oder Dienste werden kurzzeitig übernommen.

Sowieso fällt positiv auf, wie hilfsbereit alle an Bord sind und das vor allem auch über die eigentlichen Dienstzeiten hinaus. Wenn Not am Mann ist, eine Tür aufgehalten werden könnte, am Kranzwasserschöpfer 70 Liter Wasser gezapft werden müssen, oder man einen vierten Mann für eine Kickerrunde braucht, sind stets bereitwillige Kollegen zur Stelle und packen mit an. Übrigens ist der Spaßfaktor von Kickern bei Seegang noch um einiges höher als sowieso schon, und manchmal schießt eine Welle das nächste Tor für dich – wie von alleine.