10. Apr. 2014

Rettungsring auf der Meteor.

Auf ihrer Tour im Südostsektor des Messgebiets heißt es Stop and Go für die METEOR. Alle 4 Stunden, nach ca. 30 nautischen Meilen, stoppt sie zur Probenentnahme. Zur Freude der Wissenschaftler verlaufen die Messungen problemlos, schon mehr als die Hälfte ihres zentralen 4°x4° Gitters ist vermessen.

Wir sind mit dem Forschungsschiff METEOR seit einigen Tagen im Südostsektor unseres Messgebiets unterwegs. Im 4-Stunden-Rhythmus nach etwa 30 Seemeilen, machen wir Halt, um ein CTD-Profil und Wasserproben zu nehmen. Für die Wasserproben der Tracergruppe werden an der CTD gasdichte Glasspritzen verwendet, damit das Wasser nicht mit Luft in Kontakt kommt. Der Tracer, der gemessen wird, geht bei Kontakt mit der Luft ansonsten sofort in die Gasphase über und ist dann aus der Probe verloren.

Die Analyse der Proben erfolgt anschließend mithilfe zweier Gaschromatographen, und im Tracer-Labor wird tatsächlich 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche im 4 Stunden-Schichtsystem durchgearbeitet. Der Stimmung im Team schadet das aber nicht. Die Arbeit an Deck ist außerdem bei sonnigem Wetter recht beliebt, da bei der Probennahme mit den Spritzen viel Wasser abgegeben wird, was schön erfrischend für alle Umstehenden ist.

Mittlerweile wurde die zweite driftende Sinkstofffalle wieder eingesammelt. Auf dem Boden der Sammelgefäße waren schon mit bloßem Auge die unterschiedlichen Mengen von Sinkstoffen erkennbar. Diese werden jetzt gefiltert und für weitere Analysen in Kiel vorbereitet.

Der Gaschromatograph auf der Meteor.

Der Gaschromatograph auf der Meteor.

Bild: Elisabeth Eßer
Zooplankton aus einer Wasserprobe.

Zooplankton aus einer Wasserprobe.

Bild: Svenja Christiansen
Spektakuläre UVP-Bilder (hier zusammenmontiert).

Spektakuläre UVP-Bilder (hier zusammenmontiert).

Bild: Svenja Christiansen
Sonnenuntergang: Schon in einer Woche gehen wir von Bord.

Sonnenuntergang: Schon in einer Woche gehen wir von Bord.

Bild: Elisabeth Eßer
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Der Gaschromatograph auf der Meteor.

Bild: Elisabeth Eßer

Zooplankton aus einer Wasserprobe.

Bild: Svenja Christiansen

Spektakuläre UVP-Bilder (hier zusammenmontiert).

Bild: Svenja Christiansen

Sonnenuntergang: Schon in einer Woche gehen wir von Bord.

Bild: Elisabeth Eßer

Je nach Region kommen auch verschiedene Planktonnetze zum Einsatz, mit denen in den oberen 100 Metern der Wassersäule Zooplankton gefangen wird. Aus den Proben werden dann Copepoden (Ruderfußkrebse) der Art Undinula vulgaris herausgesammelt und je zu fünft für etwa 10 Stunden gehältert, zwischendurch Wasserproben entnommen und der Phosphat- und Ammoniumgehalt gemessen. So kann man die Exkretionsraten der verschiedenen Zonen unseres Arbeitsgebiets vergleichen, welche wichtig sind für die Remineralisierung von organischem Material zu Nährstoffen im nährstoffarmen tropischen Atlantik.

Zusätzlich wird ein UVP (Underwater Vision Profiler) an der CTD-Rosette befestigt, eine Unterwasserkamera, die alle 6 Sekunden ein Bild von den Partikeln in der Wassersäule macht. Gesucht wird dabei nach der Cyanobakteriengattung Trichodesmium, da diese Stickstofffixierer sind und den Ein- und Austrag von Stickstoff in die Sauerstoffminimumzonen beeinflussen. Bei den vielen Einzelbildern war auch ein Bild von einem größeren Objekt, von dem wir vermuten, dass es sich um ein Schildkrötenbein handeln könnte. Die Auswertung und Sichtung der vielen 1000 Bilder kann so also durchaus einige Überraschungen bereithalten.

So langsam müssen wir leider auch schon wieder die bevorstehende Ankunft in Mindelo und die darauf folgende Abreise organisieren. Packlisten werden geschrieben, Flüge umgeplant und der Weg der Proben nach Kiel muss geplant werden. Aber noch mag man gar nicht daran denken und wir genießen die letzte arbeitsreiche Woche auf See in vollen Zügen.