19. Apr. 2018
Morgengrauen an unserem Arbeitsgebiet: der über 3700 Meter hohe Pico de Teide auf Teneriffa grüßt aus 150 Kilometern Entfernung.

Morgengrauen an unserem Arbeitsgebiet: der über 3700 Meter hohe Pico de Teide auf Teneriffa grüßt aus 150 Kilometern Entfernung.

Nach 30 Tagen Fahrt zuerst quer durch den Atlantik und danach in der Nähe von El Hierro endete die Expedition M146 in Las Palmas de Gran Canaria. Fahrtleiter Andreas Klügel zieht in seinem letzten Beitrag für dieses Logbuch eine positive Bilanz.

Schon einen Tag vor dem Einlaufen kündigt sich das Ende der Expedition durch emsiges Treiben an: Es werden die wissenschaftlichen Geräte und Computer abgebaut und eingepackt, Proben verstaut, Kisten auf Paletten gestapelt, die Container teilweise beladen und die Labore geputzt und kontrolliert. Das Deck wird für die Beladungen und Entladungen im Hafen vorbereitet. Ein letztes Treffen aller wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer und -teilnehmerinnen im Konferenzraum, dabei ein herzliches Dankeschön des Fahrtleiters für den großartigen Einsatz sowie eine Zusammenfassung der gewonnen Ergebnisse: Aufgezeichnete Bathymetrie auf insgesamt 2.850 Kilometern Länge, hochauflösende Kartierung von 31 Quadratmetern Meeresboden mit dem autonomen Unterwasserfahrzeug (AUV), 650 Kilometer reflexionsseismische Profile, 59 Wärmefluss-Messungen am Meeresboden, 13 Backengreifer-Proben, 5 Sedimentkerne mit insgesamt 12 Metern Länge, rund 70 Stunden Beobachtung des Meeresbodens mit dem TV-Schlitten und etliche Terabyte an Daten. Diese nüchternen Zahlen können natürlich weder die wissenschaftlichen Erkenntnisse noch die tolle Arbeitsatmosphäre an Bord beschreiben. Aber sie zeigen, dass die Ausfahrt erfolgreich war.

Am Morgen des letzten Tagen dann eine ungewohnte Atmosphäre: Die Meteor schaukelt kaum noch, zahlreiche Lichter sind vor uns, zahlreiche Schiffe um uns herum, es herrscht zunehmende Betriebsamkeit auf Deck und Brücke. Die meisten von uns stehen auf dem Peildeck und verfolgen das Anlegemanöver. Es herrscht wieder die übliche Sicherheitsstufe im Hafen, die Außentüren sind verriegelt, und die Kabinen müssen wieder verschlossen werden. Schwere Fahrzeuge rollen an, ungewohnter Lärm, Container schweben durch die Gegend. Am Nachmittag können wir von Bord und merken, was wir in den letzten 30 Tagen nicht vermisst haben: den hektischen Autoverkehr. Aber es tut gut, wieder Büsche und Bäume zu sehen, Vögel zu hören und das Meer vom Sandstrand von Las Palmas und nicht vom Schiff herab zu betrachten. Am nächsten Tag folgt dann eine herzliche Verabschiedung von der Besatzung und die Fahrt zum Flughafen. Wir freuen uns, Freunde und Familie bald wiedersehen zu können, und manche freuen sich auf ein paar Tage wohlverdienten Urlaub auf den Kanaren. Aber die spezielle Stimmung einer Ausfahrt und die Weite des Meeres werden wir bald wieder vermissen – und die nächste Ausfahrt kommt bestimmt.

Andreas Klügel, Fahrtleiter M146