22. Mär. 2018

Das Forschungsteam mit Passierscheinen am Äquator.

Die Expedition M146 begann mit dem Ablegen des Forschungsschiffs Meteor im Hafen von Recife an der Ostspitze Brasiliens. Bei strahlendem Sonnenschein und leichter Dünung ging es an einem großen Kreuzfahrtschiff vorbei auf das offene Meer: ein perfekter Fahrtbeginn.

Wir wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer und -teilnehmerinnen standen auf dem Peildeck der Meteor und verfolgten das Ablegemanöver. Der angenehm erfrischende Wind milderte die tropische Hitze. Nachdem wir bereits am Vortage mit den örtlichen Gegebenheiten des Schiffes und dem täglichen Schiffsablauf vertraut gemacht worden sind und uns auch der Sicherheitseinweisung unterziehen mussten, erfolgte schon kurz nach dem Auslaufen eine Sicherheitsübung. Danach wurde mit dem Einrichten der Labore und wissenschaftlichen Geräte begonnen. Hierfür haben wir ausreichend Zeit, da die Anfahrt zu unserer ersten Arbeitsstation zwischen den Kapverdischen und Kanarischen Inseln mehr als eine Woche dauert.

Die Vorbereitungen während der Anfahrt sind so vielfältig wie die Arbeiten und Gerätschaften an Bord. Zahlreiche Computer und andere Geräte werden in den verschiedenen Labors aufgestellt, gegen Verrutschen gesichert und verkabelt. Einweisungen in die hydroakustischen Systeme (Echolote) der Meteor finden statt. Kabel werden an Deck verlegt. Das autonome Unterwasserfahrzeug (kurz: AUV) wird aus dem Container an Deck gebracht, für die Einsätze vorbereitet und umfangreichen Systemtests unterzogen. Kameras und Lampen des TV-Schlittens werden getestet. Schallquellen und Streamer (ein treibender "Schlauch" mit Unterwasser-Mikrofonen) für reflexionsseismische Messungen werden angeschlossen und getestet. Anpassungen der Hard- oder Software werden vorgenommen. Für all diese Arbeiten erfahren wir eine großartige Unterstützung der jederzeit hilfsbereiten und freundlichen Crew der Meteor, von der Decksmannschaft über den wissenschaftlich-technischen Dienst bis zu den Offizieren.

MARUM-Wissenschaftler bereiten den Einsatz des AUV SEAL-5000 vor.

MARUM-Wissenschaftler bereiten den Einsatz des AUV SEAL-5000 vor.

Bild: A. Klügel
Ein Wissenschaftler überprüft die Beleuchtung und die Kameras des TV-Schlittens.

Ein Wissenschaftler überprüft die Beleuchtung und die Kameras des TV-Schlittens.

Bild: A. Klügel
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MARUM-Wissenschaftler bereiten den Einsatz des AUV SEAL-5000 vor.

Bild: A. Klügel

Ein Wissenschaftler überprüft die Beleuchtung und die Kameras des TV-Schlittens.

Bild: A. Klügel

Zwei Tage nach dem Auslaufen überquerten wir zur Mittagszeit den Äquator bei 031° 39' West, für uns alle ein besonderer Augenblick. Eine Äquatortaufe findet beim Durchqueren von Süd nach Nord nicht statt, aber es wurde auf das Wohl von Poseidon angestoßen, von Kapitän Hammacher unterschriebene Passierscheine verteilt und ein Gruppenfoto gemacht. Trotz der langen Überfahrt entsteht keine Langeweile an Bord, denn immer gibt es etwas zu tun und zu entdecken. In Küstennähe konnten wir Tölpel bei der Jagd auf fliegende Fische beobachten. Und wer freie Zeit hat, genießt den Blick in die unendlich scheinende Weite, den Rhythmus des Schiffes auf hoher See und den Gang der Wellen.

Andreas Klügel, Fahrtleiter M146