15. Mär. 2018

Die METEOR auf der Elbe bei Hetlingen.

Das Forschungsschiff METEOR bricht am 17. März 2018 von Recife (Brasilien) zu einer neuen Expedition nahe der westlichen Kanarischen Inseln auf. Ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern um den Fahrtleiter Dr. Andreas Klügel vom Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen wird Fluidaustritte an einem alten untermeerischen Vulkan (Seamount) erforschen.

Ziel der Expedition M146 HESSE (HEnry Seamount Seepage Exploration) ist der Henry Seamount, ein 126 Millionen Jahre alter, erloschener Vulkan südöstlich der Kanareninsel El Hierro in 3.600 Meter Wassertiefe. Hier wurden bei einer früheren METEOR-Ausfahrt Proben von Muschelschalen und Gesteinen gewonnen, die auf kalte Quellen hindeuten. Diese entstehen durch Zirkulation von Meerwasser, ein global wichtiger Prozess für die Abkühlung und chemische Veränderung der Ozeankruste sowie für marine Ökosysteme. Eine solche Zirkulation, auch "hydrothermales Siphon" genannt, gibt es vermutlich an Tausenden von Seamounts auf dem Boden der Weltmeere, doch sind bislang nur wenige Fälle bekannt.

Vermutete hydrothermale Zirkulation am Henry Seamount. Kaltes Meerwasser sickert am Sockel der Nachbarinsel El Hierro in den Untergrund, fließt langsam durch die alte Ozeankruste, wird dabei etwas erwärmt, und steigt durch den Auftrieb bei Henry Seamount wieder empor. Die Ozeankruste wirkt dabei wie ein Grundwasserleiter. Undurchlässige Sedimente werden bei diesem Transportweg umgangen.

Vermutete hydrothermale Zirkulation am Henry Seamount. Kaltes Meerwasser sickert am Sockel der Nachbarinsel El Hierro in den Untergrund, fließt langsam durch die alte Ozeankruste, wird dabei etwas erwärmt, und steigt durch den Auftrieb bei Henry Seamount wieder empor. Die Ozeankruste wirkt dabei wie ein Grundwasserleiter. Undurchlässige Sedimente werden bei diesem Transportweg umgangen.

Bild: Grafik aus Klügel et al., 2011, Geology
Das Logo zur Expedition M146.

Das Logo zur Expedition M146.

Bild: MARUM
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Vermutete hydrothermale Zirkulation am Henry Seamount. Kaltes Meerwasser sickert am Sockel der Nachbarinsel El Hierro in den Untergrund, fließt langsam durch die alte Ozeankruste, wird dabei etwas erwärmt, und steigt durch den Auftrieb bei Henry Seamount wieder empor. Die Ozeankruste wirkt dabei wie ein Grundwasserleiter. Undurchlässige Sedimente werden bei diesem Transportweg umgangen.

Bild: Grafik aus Klügel et al., 2011, Geology

Das Logo zur Expedition M146.

Bild: MARUM

Die vermuteten Quellen am Henry Seamount wollen die Forscherinnen und Forscher mit Hilfe von detaillierten Kartierungen und seismischen Untersuchungen des Meeresbodens sowie mit Wärmestrom-Messungen entdecken und anschließend beproben. Bei der Kartierung kommt das autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) MARUM SEAL-5000 zum Einsatz. Einzelne Bereiche des Seamounts werden mit einem TV-Schlitten untersucht, der Bilder online auf das Schiff überträgt.

Die Expedition endet am 16. April im Hafen von Las Palmas de Gran Canaria. Neben dem Fachbereich Geowissenschaften und dem MARUM an der Universität Bremen sind das Institut für Geowissenschaften der Universität Kiel sowie ein Kollege des Spanischen Ozeanographischen Institutes aus Teneriffa an der Ausfahrt beteiligt. Eine Studentin der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wird die Ausfahrt mit einem künstlerischen Projekt begleiten.

Hier berichten die Forscherinnen und Forscher in einem Logbuch vom Leben und Arbeiten an Bord. Eine Kooperation mit dem MARUM.