04. Okt. 2019
Die FS Poseidon.

Die FS Poseidon.

Plankton von der Ozeanoberfläche: Ein Beitrag von Dr. Rodrigo Gonçalves

Neben der Arbeit mit den Mesokosmen hatten wir auch Experimente an Bord, und neben unserer Forschung am Phytoplankton arbeiteten wir mit Zooplankton (mit "Zooplankton" sind mikroskopisch kleine Tiere im Plankton gemeint.) Zooplankton ist ein sehr wichtiger Bestandteil von marinen Ökosystemen, denn es liefern die Energie vom Phytoplankton an Fische und andere Tiere (inklusive Wale), die das Plankton fressen.

Im Zooplankton stellt der Ruderfußkrebs die größte Gruppe dar. (Tatsächlich ist der Ruderfußkrebs neben einigen Insektenarten das meist vorkommenste mehrzellige Lebenwesen der Welt.) An Bord der Poseidon sammelten wir in den vergangenen Tagen mikroskopisches Leben von der Wasseroberfläche, wofür wir ein sogenanntes Manta-Netz benutzten. Dieses Netz, auch Neuston-Netz genannt, wird von der Poseidon gezogen und dank seiner Seitenbojen sinkt es nicht, sondern schöpft die Wasseroberfläche gleichmäßig ab und fängt dabei alle Partikel in den oberen Zentimetern des Wassers. In den Proben fanden wir eine große Anzahl von Orgamismen und Partikel, leider aber auch eine Menge Plastikteile. 

Das Manta-Netz, wie es durch die Meeresoberfläche gezogen wird.

Bild: Dr. Rodrigo Gonçalves

Das Sammeln von blauen Ruderfußkrebsen.

Bild: Dr. Rodrigo Gonçalves
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Das Manta-Netz, wie es durch die Meeresoberfläche gezogen wird.

Bild: Dr. Rodrigo Gonçalves

Das Sammeln von blauen Ruderfußkrebsen.

Bild: Dr. Rodrigo Gonçalves

Bei unserem Zooplankton-Experiment suchten wir vor allen nach einer bestimmten Art von Organismen, die direkt unter der Wasseroberfläche leben: Eine Gruppe von Ruderfußkrebsen, die zum Zooplankton gehören. Aufgrund ihrer intensiven blauen Farbe sind sie trotz ihrer winzigen Maße ziemlich auffällig. Inspiriert von früheren Arbeiten von Rahlff et al. (2018), der ein früheres Teammitglied in Dr. Wurls Team gewesen ist, bauten wir einige experimentelle Inkubatoren an Bord, um zu testen, ob die kleinen Kreaturen dabei helfen, die Oberflächenschicht des Ozeans anzureichern und ob sie ihre Pigmente als "Sonnenschutz" gegen solare Bestrahlung benutzen. Die Inkubation wurde von unserem Kollegen Dr. Rodrigo Gonçalves vom CESIMAR-CONICET (Argentinien) geleitet. Er sammelte die Tiere eins nach dem anderen auf, wobei er sehr schnell sein musste, denn die Krebse wollten nur zu gern wieder zurück in die Freiheit springen und entwischten dann und wann sogar aus dem Glas!

Es war viel Arbeit in wenigen Stunden. Jedes Teammitglied hatte eine Aufgabe und wir arbeiteten in guter Koordination, sodass das Experiment am Ende erfolgreich abgeschlossen werden konnte und jeder von uns einen wohlverdienten, freien Abend genoss.


Die regelmäßigen Blogeinträge von der FS Poseidon finden Sie ebenfalls unter: https://icbm-auf-see.uni-oldenburg.de/category/home/fs-poseidon/