16. Jul. 2018
Die CTD (unterer Teil) und der Wasserschöpfer (oberer Teil).

Die CTD (unterer Teil) und der Wasserschöpfer (oberer Teil).

CTD. Klingt einfach und tatsächlich ist es das auch. Trotzdem ist die CTD ein unerlässliches Gerät an Bord eines Forschungsschiffes. Die Abkürzung CTD steht für conductivity (Leitfähigkeit), temperature (Temperatur), depth (Tiefe) und wird dazu genutzt, diese und weitere Parameter wie beispielsweise Sauerstoffkonzentration und Fluoreszenz entlang eines Profils durch die Wassersäule zu messen.

Um diesen Job zu erfüllen, ist die CTD mit verschiedenen Sensoren ausgerüstet, die sich im unteren Teil der Maschine befinden. Eine Pumpe versorgt die Sensoren konstant mit frischem Wasser und die gemessenen Werte werden über ein Kabel an die "Deck-Einheit" an Bord übertragen. Der größte Teil des Geräts wird von 12 so genannten Niskin-Flaschen beansprucht, die kreisförmig in einem Karussell angeordnet sind. Die Flaschen haben ein Volumen von zehn Litern und werden dazu genutzt, Wasserproben aus verschiedenen Wassertiefen zu sammeln

Diese Proben können später genutzt werden, um weitere Parameter wie Elementkonzentrationen, Nährstoffkonzentrationen und die Wasserisotopie zu messen. Dies geschieht nicht an Bord des Schiffes und kann auch nicht von der CTD selbstständig durchgeführt werden. Die Messungen sind sehr wichtig, da sie es dem Forschungsteam ermöglichen, einen Blick in den Lebensraum von Korallen und anderen Organismen aus Kaltwasserkorallen-Riffen zu werfen - das ist vergleichbar mit Luftmessungen für Menschen. Die Flaschen werden durch eine innenliegende Feder geschlossen, welche die Klappen der Flasche wasserdicht abschließt. Der Auslösemechanismus wird von der Deck-Einheit aus betätigt. Diese kann als Kommandozentrale der CTD angesehen werden.

Hier in der Vollansicht: Die CTD (unterer Teil) und der Wasserschöpfer (oberer Teil).

Hier in der Vollansicht: Die CTD (unterer Teil) und der Wasserschöpfer (oberer Teil).

Bild: Nico Schleinkofer
Deck-Einheit: Die Kommandozentrale der CTD.

Die Deck-Einheit: Kommandozentrale der CTD.

Bild: Nico Schleinkofer
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Hier in der Vollansicht: Die CTD (unterer Teil) und der Wasserschöpfer (oberer Teil).

Bild: Nico Schleinkofer

Die Deck-Einheit: Kommandozentrale der CTD.

Bild: Nico Schleinkofer

Mein Job an Bord des Schiffes ist die Bedienung der CTD. Das Aussetzen sowie Absenken und Anheben der CTD geschieht durch eine Seilwinde, die durch die Deckmannschaft bedient wird. Daher stehe ich in ständigem Kontakt mit der Deckmannschaft, um ihr zu sagen wie schnell sie die CTD senken oder heben soll. Besonders wichtig ist darauf zu achten, dass das Gerät nicht in ein Riff kracht. Dies würde sowohl die CTD zerstören (schlecht) als auch das wunderschöne Riff (sehr schlecht). Mein wichtigstes Hilfsmittel hierfür ist der kleine gelbe Notizzettel am Bildschirm, auf dem die richtigen Kommandos zum Absenken (Fieren) und Anheben (Hieven) notiert sind.

Die Messungen der CTD werden in Echtzeit auf dem Monitor der Deck-Einheit angezeigt und helfen mir dabei, die richtige Tiefe für die Probennahme zu wählen. Weiterhin müssen Start und Ende der Messungen, sowie Tiefen der Probenentnahme protokolliert werden. Wenn die CTD wieder an Deck ist, müssen die Wasserproben in kleinere Flaschen umgefüllt und entsprechend ihres Einsatzzwecks weiter bearbeitet werden. Manche Proben müssen vergiftet, manche gefiltert und manche müssen angesäuert werden. Damit bei der großen Anzahl an Proben kein Chaos entsteht, kümmert sich Lina, die helfende Hand, um die richtige Beschriftung und versieht alle Proben mit Etiketten.

Nico Schleinkofer