19. Okt. 2016

Ein Kernabschnitt wird an Deck dem Kernrohr entnommen.

Der erste Abschnitt der Ausfahrt nähert sich dem Ende. Das Team um Fahrtleiter Michael Strasser von der Universität Innsbruck konnte im Japangraben zahlreiche Kerne gewinnen. Während des Transits der Sonne nach Yokohama arbeiten sie auf Hochtouren daran, die Sedimente zu erforschen und für weitere Untersuchungen zu verpacken. Im Hafen werden die Kerne von Bord gehen.

Wir nähern uns dem Ende unserer Reise, und alle an Bord sind beschäftigt, da immer noch eine Menge Kerne zu verarbeiten sind. Zum Glück haben wir weiter Sonnenschein und ruhige See, sodass wir ideale Bedingungen haben sollten, um die letzten beiden Kerne heute Abend und morgen früh zu gewinnen. Danach starten wir den langen Transit zurück nach Yokohama, der rund 24 Stunden dauern wird, da wir jetzt im Norden unseres Arbeitsbereichs im Japan-Graben sind. Wir werden zweifellos so lange arbeiten, bis wir wieder im Hafen sind, da alle Kerne verarbeitet, beprobt und sorgfältig für den Transport nach Bremen verpackt werden müssen.

Der letzte Schritt der Kern-Verarbeitung erfolgt durch das Sedimentologie-Team unter Leitung von Dr. Ken Ikehara und Dr. Cecilia McHugh. Mit Hilfe ihrer Assistenten Tobias Schwestermann und Jana Molenaar beschreiben sie die sedimentologischen Merkmale der Kerne im Detail. Dies hilft uns festzustellen, woher die Sedimente im Graben stammen und durch welche Mechanismen sie in dieses Gebiet transportiert wurden. Diese Beschreibung wird unter Verwendung einer Vielzahl von Techniken an Bord des Schiffes durchgeführt.

Die Kerne im Sedimentologie-Labor warten auf ihre Beschreibung.
Bild: Jess Hillman
Dr. Witold Szczucinski reinigt die Archivhälfte eines Kerns.
Bild: Jess Hillman

Zuerst wird jeder Abschnitt des Kerns von Dr. Kazuko Usami fotografiert, dann wird er im Detail beschrieben und alle Informationen im Protokoll festgehalten. Während dieses Kernprotokoll zusammengestellt wird, werden kleine Stichproben aus besonderen Abschnitten entnommen und von Dr. Asuka Yamaguchi unter dem Mikroskop untersucht. Schließlich misst Dr. Toshiya Kanamatsu die so genannte magnetische Suszeptibilität des Kerns: Sind magnetische Minerale im Sediment vorhanden, können sie Hinweise darauf liefern, wo die Sedimente entstanden sind.

Dr. Witold Szczucinski aus der Sedimentologie-Gruppe entnimmt manchen Kernen Unterproben, um die DNA kleiner Organismen, wie den Foraminiferen, zu suchen. Dies kann uns Informationen darüber liefern, woher die Sedimente ursprünglich gekommen sein könnten und welche Prozesse zur Umlagerung geführt haben könnten. Ist all dies getan, werden die Kerne sorgfältig für ihre lange Reise zurück nach Bremen verpackt, wo sie weiter untersucht werden.

In den vergangenen Logbuch-Beiträgen haben wir den gesamten Workflow der Kernuntersuchung beschrieben, aber eine weitere sehr wichtige Gruppe arbeitet an Bord – das Hydroakustik-Team. Wir werden nächstes Mal mehr über ihre Arbeit berichten!

Bis dahin viele Grüße von Bord,

Jess Hillman, Wissenschaftscrew SO251