22. Okt. 2016

Oktopus auf dem Schlammvulkan im Kumanobecken, Japan.

Mit neuen Geräten und einigen hinzugekommenen Forscherinnen und Forschern geht es auf zum zweiten Abschnitt der Ausfahrt vor Japans Küste. Der neue Fahrtleiter Achim Kopf, Professor für Marine Geotechnik am Bremer MARUM, erlebte gleich zu Beginn einen Höhepunkt: eine Tauchfahrt mit dem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug, die einen Meeresbewohner aufspürte und einen Tiefenrekord aufstellte.

Nach einem viertägigen Hafenstopp in Yokohama dampfen wir nun ins Kumanobecken. Die wichtigsten Aktivitäten im Hafen drehten sich um die Inbetriebnahme der Wärmestromlanze sowie des Tauchroboters PHOCA unserer Kollegen des GEOMAR, die erfolgreich verlief. Zudem besuchte ein Team von Google Culture das Schiff, sodass im Internet demnächst ein virtueller Schiffsrundgang auf der Sonne möglich sein wird.

Das ferngesteuerte ROV PHOCA beim Aussetzen von der Sonne.

Das ferngesteuerte ROV PHOCA beim Aussetzen von der Sonne.

Bild: S. Trütner/MARUM
Wärmestromlanze an Deck, kurz vor dem Einsatz auf dem Schlammvulkan.

Wärmestromlanze an Deck, kurz vor dem Einsatz auf dem Schlammvulkan.

Bild: Achim Kopf
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Das ferngesteuerte ROV PHOCA beim Aussetzen von der Sonne.

Bild: S. Trütner/MARUM

Wärmestromlanze an Deck, kurz vor dem Einsatz auf dem Schlammvulkan.

Bild: Achim Kopf

Wir erreichen nun bei bestem Wetter das Arbeitsgebiet des zweiten Fahrtabschnitts, um gleich die gesamte Nacht Wärmestrommessungen über einen Schlammvulkan zu machen. Aufgrund der gestrandeten Ausrüstungscontainer (siehe erster Logbuchbericht) für unsere Fahrt musste kurzfristig der Tauchroboter PHOCA nach Japan beordert werden. Das Team um Fritz Abegg bereitete fieberhaft alles vor und heute wurde das erste Mal in 2000 Meter getaucht – für PHOCA ein Tiefenrekord. Auf dem gashydrathaltigen Schlammvulkan fanden wir verschiedene Sedimenttypen und maßen die Temperatur am Ausstrom von Wässern, Gas und Schlamm aus großer Tiefe, um das Zentrum höchster Aktivität zu finden. Und tatsächlich wurden wir fündig: Es befindet sich im Südwesten des kleinen untermeerischen Bergs.

Offenbar sind auch zahlreiche Organismen von der Dynamik des Schlammvulkans angetan. Ein Oktopus war über unseren Besuch mit hellem Licht weniger erfreut und stellte sich zum Kampf auf.

Viele Grüße von der Sonne,

Achim Kopf, Fahrtleiter des zweiten Fahrtabschnitts