28. Okt. 2016

Kern am Schlammvulkan MV1, der stark gestört ist und Karbonatklasten (links vom Kern) aufweist. Im Hintergrund arbeiten Jana Molenaar und Jasper Moernaut an einzelnen Proben.

Unser Rückweg ins Studiengebiet bot eine gute Möglichkeit für ein "Science Meeting". Dabei arbeiteten die unterschiedlichen Gruppen an Bord ihre Erkenntnisse auf, die sie in der ersten Woche auf dem zweiten Fahrtabschnitt gesammelt hatten, und stellten sie den anderen Teilnehmern vor. Welche Schwierigkeiten die Forscher bei den Tiefbohrungen meisterten, berichtet Achim Kopf im heutigen Logbuch.

Den Transit zurück ins Untersuchungsgebiet nutzten wir für ein "Science Meeting". Durch den Austausch der Experten aus der Geophysik, Sedimentologie, Geotechnik, Geochemie und aus anderen Fachgebieten ergibt sich ein umfassenderes Bild, das weiterreichende Interpretationen zulässt. Zu den schwierigsten Aufgaben gehörte, die stellenweise nur sehr kurzen Kerne auf Schlammvulkanen in die Geologie des Nankaitrogs einzubinden. Spannend war nach dem Meeting das Öffnen eines Vortageskerns von Schlammvulkan MV1, der nicht einmal einen Meter lang war. Er hätte das Kernrohr fast zerstört, als das Kerngerät in den Meeresboden drang.

Science meeting auf der Sonne: Christian Ferreira berichtet von neu gefundenen Methanaustritten.

Science meeting auf der Sonne: Christian Ferreira berichtet von neu gefundenen Methanaustritten.

Bild: A. Kopf/MARUM
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Science meeting auf der Sonne: Christian Ferreira berichtet von neu gefundenen Methanaustritten.

Bild: A. Kopf/MARUM

Nach dem Öffnen zeigten sich kalkhaltige Festgesteine von einigen Zentimetern Dicke, die aus Methangas entstehen und am Meeresboden auskristallisieren. Hierbei frieren sie ihre geochemische Zusammensetzung ein und können so mit den modernen Wässern der Schlammvulkane verglichen werden. Sie sind also Zeugen aus der Vergangenheit und erzählen uns die Geschichte der bisherigen Schlammvulkanaktivität.

Die meisten Karbonatstücke sind Teile von kleinen Schornsteinen, durch die das Gas hinaufwandert und am Meeresboden oxidiert wird. Leider erlauben erst präzise Messungen im Labore zuhause, aus welcher Tiefe das Material genau aus der Subduktionszone aufgestiegen ist.

Mit Grüßen von der Sonne,

Achim Kopf, Fahrtleiter