09. Mär. 2020
Satellitenbild der Insel Marion.

Satellitenbild der Insel Marion.

Wochenbericht Nr. 1: Ein Beitrag von Jürgen Köpke

Die Expedition SO273 zielt auf geophysikalische, petrologische und tektonische Untersuchungen am ultra-langsam spreizenden Südwest-Indischen Rücken in der Umgebung des Marion Rises im südlichen Indischen Ozean ab. Hier planen wir in zwei Arbeitsgebieten großflächige Kartierungen (Bathymetrie mittels Hydroakustik, Geomagnetik und Gravimetrie), in Verbindung mit einer Probenahme von Hartgestein durch das ROV "Quest" vom MARUM, Bremen und durch Dredging. Darüber hinaus soll der Einsatz von CTDWasserschöpfern Informationen über Art und Verbreitung potentieller hydrothermaler Quellen liefern. Die Arbeiten erfolgen in internationaler Zusammenarbeit mit Kollegen aus den USA und China: Leg 1 wurde bereits 2019 mit der RV Thomas G. Thompson unter amerikanischer Federführung durchgeführt mit Fokus auf Untersuchung der nördlichen Arbeitsgebiete. Leg 2, diese Ausfahrt mit der FS SONNE, wird als Schwerpunkt das südliche Gebiet bearbeiten.

Die wissenschaftliche Besatzung setzt sich aus Studierenden und Mitarbeitern der Universitäten Hannover, Bremen, Münster, Berlin (FU), Erlangen, Helsinki und Modena zusammen. Die Wissenschaftler aus den USA kommen vom Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) und von den Universitäten Wyoming und Florida. Die Arbeitsgruppe aus China musste CoronaVirus-bedingt ihre Teilnahme an der Fahrt absagen.

Karte und Lage des zu untersuchenden Gebiets südöstlich von Südafrika. Hier driften die Afrikanische und die Antarktische Platte auseinander und bilden den südwestindischen Rücken (SWIR). Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Erhebung "Marion Rise".

Bild: Leibniz Universität Hannover

Das Expeditionslogo.

Bild: Leibniz Universität Hannover

Fahrtleiter apl. Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Koepke.

Bild: Leibniz Universität Hannover
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Karte und Lage des zu untersuchenden Gebiets südöstlich von Südafrika. Hier driften die Afrikanische und die Antarktische Platte auseinander und bilden den südwestindischen Rücken (SWIR). Besonderes Augenmerk liegt hier auf der Erhebung "Marion Rise".

Bild: Leibniz Universität Hannover

Das Expeditionslogo.

Bild: Leibniz Universität Hannover

Fahrtleiter apl. Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Koepke.

Bild: Leibniz Universität Hannover

Nachdem FS SONNE am 3.3.2020 in Kapstadt eingelaufen und die vorhergehende wissenschaftliche Besatzung von Bord gegangen war, verzögerte sich der Abtransport der Ausrüstung und dementsprechend auch der Antransport der 5 Container von SO273. Die insgesamt 35 wissenschaftlichen Fahrtteilnehmer von SO273 bezogen am 5.3. ihre Kammern und Labore. Am 6.3. wurden mit einem Tag Verspätung die Container aufgestellt und entladen. Das ROV wurde aufgerüstet sowie dessen Launch and Recovery System (LARS) am Heckgalgen angebracht. Am 7.3., mit einem Tag Verspätung, machte die FS SONNE um 8:53 (UTC) die Leinen los, und erreichte ca. eine halbe Stunde später bei schönstem Wetter und glatter See das offene Meer. Die wissenschaftlichen Teilnehmer und Besatzung erfreuten sich an den begleitenden Seehunden und Walen. Unser erstes Arbeitsgebiet nahe der Insel "Marion" in den "roaring 40‘s" werden wir voraussichtlich am Mittwoch früh erreichen. Die Transitzeit wird genutzt, um die Labore für unsere Zwecke einzurichten, Geräte und Equipment aufzubauen und einzurichten und die Arbeitsabläufe und Vorlagen zur Probenbeschreibung zu diskutieren. Nach einem Tag Transit wurde die erste Alarmübung durchgeführt, begleitet von einem frischen Südwestwind von 7 Bft. und entsprechender langewelliger Dünung. Nach dem Verlassen der 50 Seemeilen-Zone von Südafrika wurde mit dem Fächerlotkartierung des Transits begonnen. An Bord sind nach kurzer Eingewöhnungszeit alle wohlauf und freuen sich auf das anspruchsvolle wissenschaftliche Programm, das es in den nächsten Wochen abzuarbeiten gilt.


Die Wochenberichte der SO723 Expedition finden Sie ebenfalls unter: https://www.geo.uni-hannover.de/de/expedition-marion/mission/