13. Aug. 2019
Das Schwerelot mit wertvollem Sedimentkern wird an Bord gehievt.

Das Schwerelot mit wertvollem Sedimentkern wird an Bord gehievt.

9. August – Schöne Drecksarbeit: Das Aufarbeiten von Sedimentproben

Beim letzten Mal haben wir beschrieben, wie wir die ersten wertvollen Sedimentproben mit dem Multi-Corer an Bord geholt haben. Hier nun ein Blick darauf, wie man sie weiterverarbeitet, damit sie nicht bloß Dreck vom Meeresgrund sind, sondern ein wertvoller Blick in die Vergangenheit des jeweiligen Seegebietes. Ein Teil der Proben wird gar nicht weiter angefasst, sondern kommt direkt in den Kühlcontainer für die Laboranalyse zu Hause. Bei den Proben, die wir sofort an Bord weiterverarbeiten, entnehmen wir erst mal Porenwasser, das sich zwischen den Sedimentpartikeln befindet, durch kleine Löcher in der Wand des Probenrohres zur weiteren Analyse. Außerdem schneiden wir einige Proben in handliche Portionen von ein oder zwei Zentimetern Dicke und füllen sie in kleine Probenbehälter.

Frische Sedimentkerne zerschneiden ist unblutig, aber keiner bleibt dabei sauber.

Bild: IOW/R. Prien

Die Sedimentkernscheiben werden handlich abgepackt und beschriftet.

Bild: IOW/R. Prien

Und wieder geht es ans „Kerne schlachten“, zunächst indem man den Liner samt Sediment…

Bild: IOW/R. Prien

…in Abschnitte zerteilt, die gut transportable sind.

Bild: IOW/R. Prien

Dabei werden erste Unterproben "abgezweigt".

Bild: IOW/R. Prien

Spannend ist es immer, wenn die Kerne der Länge nach aufgesägt werden…

Bild: IOW/R. Prien

…weil dies einen ersten Blick auf die Sedimentschichtung erlaubt.

Bild: IOW/R. Prien
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Frische Sedimentkerne zerschneiden ist unblutig, aber keiner bleibt dabei sauber.

Bild: IOW/R. Prien

Die Sedimentkernscheiben werden handlich abgepackt und beschriftet.

Bild: IOW/R. Prien

Und wieder geht es ans „Kerne schlachten“, zunächst indem man den Liner samt Sediment…

Bild: IOW/R. Prien

…in Abschnitte zerteilt, die gut transportable sind.

Bild: IOW/R. Prien

Dabei werden erste Unterproben "abgezweigt".

Bild: IOW/R. Prien

Spannend ist es immer, wenn die Kerne der Länge nach aufgesägt werden…

Bild: IOW/R. Prien

…weil dies einen ersten Blick auf die Sedimentschichtung erlaubt.

Bild: IOW/R. Prien

Die Proben aus dem Multi-Corer erfassen nur etwa die obersten fünfzig Zentimeter des Meeresgrundes. Wenn wir tiefer nach unten – und damit weiter zurück in die Zeit – schauen wollen, brauchen wir das sogenannte Schwerelot. Das ist ein langes Stahlrohr mit vielen Gewichten am oberen Ende, das innen mit einem Kunststoffrohr, dem "Liner", ausgekleidet ist. Es wird mit einem Windenseil hinuntergelassen und wenn es auf den Meeresboden trifft, drückt das Gewicht das Stahlrohr in das Sediment. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn Gewicht und Fiergeschwindigkeit (fieren ist seemännisch für "hinunterlassen") müssen für die jeweilige Sedimentart genau richtig eingestellt sein. Wenn nicht, sinkt das Schwerelot entweder zu tief ein und wir wissen wir nicht, in welcher Tiefe die Probe beginnt – oder, wenn das Sediment zu hart ist, dringt das Stahlrohr nicht tief genug in den Boden ein. Bei harten Sedimenten kann man sogar das Stahlrohr verbiegen, wenn die Fiergeschwindigkeit zu hoch gewählt wurde. Ist jedoch alles gut gegangen und das sicher Schwerelot wieder an Bord, wird der Liner aus dem Stahlrohr gezogen und mitsamt dem Sedimentkern in mehrere Abschnitte geschnitten. Kleinere Proben werden direkt nach dem Schneiden der Stücke entnommen.

Wenn der Kern vollständig aufgeteilt ist (und das Deck wieder gereinigt wurde), kann die weitere Verarbeitung erfolgen. Um die Sedimentschichten genauer zu betrachten, werden die Abschnitte halbiert. Dies geschieht durch den Einsatz eines speziellen Geräts mit zwei Sägen zum Schneiden des Liners. Der Sedimentkern wird dann mit einem Stahldraht geschnitten und die Hälften vorsichtig auseinander geklappt. Die Hälften können entweder für eine spätere Analyse gelagert werden oder können, wie bei den Multi-Corer-Proben, in Scheiben zerlegt und in Beutel verpackt werden.


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