03. Sep. 2019
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GMGS und der SJTU mit der Fahrtleiterin Prof. Waniek.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GMGS und der SJTU mit der Fahrtleiterin Prof. Waniek.

2. September - Ansichten unserer chinesischen Kollegen

Wie die Leserinnen und Leser unseres Blogs inzwischen wissen, besteht unsere wissenschaftliche Crew nicht nur aus deutschen (bzw. europäischen) Teilnehmer*innen sondern wir haben auch chinesische Kollegen an Bord, insbesondere zwei größere Gruppen vom GMGS (Mariner Geologischer Dienst Guangzhou) und der Shanghai Jiao Tong Universität. Am Ende unserer Expedition haben wir sie um ein paar Ansichten und Aussagen zu dieser Fahrt gebeten und in diesem Beitrag soll es um diese Aussagen gehen.

Wir haben ein paar kurze Aussagen und zwei etwas längere Berichte bekommen, die wir hier versuchen ohne zu viele Auslassungen wiederzugeben. Einige Passagen aus dem ersten Brief sind:

"Wenn ich auf den letzten Monat auf der Sonne zurückschaue, dann denke ich, dass diese Reise eine der wichtigsten Erfahrungen meines Lebens ist, die ich nie vergessen werde."..."Ich denke an den Moment, an dem ich die SONNE das erste Mal sah: Es war ein sonniger Morgen und ich war so erstaunt beim Anblick dieses riesigen, brandneu und sauber aussehenden Schiffes, gestrichen in den typisch deutschen Farben schwarz, rot und gelb unter dem strahlend blauen Himmel. Was für ein Bild!

Die FS Sonne im südchinesischen Meer.

Bild: IOW/R. Prien

Chinesische Nudeln zur Abwechslung.

Bild: Y. Wang

Herunterladen der Gerätedaten.

Bild: IOW/R. Prien

Sedimentkern an Deck.

Bild: IOW/R. Prien

Abfüllen an der CTD.

Bild: IOW/R. Prien

Wasser filtern ganz fein...

Bild: IOW/R. Prien

...und etwas gröber.

Bild: IOW/R. Prien

Probenahme am Sedimentkern.

Bild: IOW/R. Prien

Abendstimmung an Bord.

Bild: IOW/ R. Prien
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Die FS Sonne im südchinesischen Meer.

Bild: IOW/R. Prien

Chinesische Nudeln zur Abwechslung.

Bild: Y. Wang

Herunterladen der Gerätedaten.

Bild: IOW/R. Prien

Sedimentkern an Deck.

Bild: IOW/R. Prien

Abfüllen an der CTD.

Bild: IOW/R. Prien

Wasser filtern ganz fein...

Bild: IOW/R. Prien

...und etwas gröber.

Bild: IOW/R. Prien

Probenahme am Sedimentkern.

Bild: IOW/R. Prien

Abendstimmung an Bord.

Bild: IOW/ R. Prien

Nach so vielen Tagen an Bord habe ich viel über das Schiff gelernt und bin beeindruckt von dem durchdachten Design in vielen Details. Ich denke alle anderen chinesischen Teilnehmer stimmen mit mir darin überein, denn sie haben viele Worte des Lobes geäußert, die ich über andere Schiffe nicht gehört habe." ... "Das Schiff liegt so ruhig, dass man überhaupt nicht das Gefühl hat, auf See zu sein." ... "Die Winden und Kräne laufen problemlos und leise. In meiner Kabine höre ich fast gar nichts davon, sodass ich mich auf andere Arbeiten konzentrieren kann, wenn ich keinen Dienst habe.

Die Wissenschaftler*innen und Besatzung sind sehr freundlich, wir arbeiten sehr gut zusammen. Joanna, die Fahrtleiterin, ist eine professionelle und hart arbeitenden Leiterin, die für die gesamte Reise alles hervorragend geplant und organisiert hat. Die jungen Leute aus China und Deutschland sind warmherzig und angenehm im Umgang. Sie arbeiten und unterhalten sich miteinander und bringen sich manchmal gegenseitig ein paar Begriffe ihrer Sprache bei. Die Kultur ist ein beliebtes Thema, da es eine Menge Unterschiede zwischen den beiden Ländern gibt. Es ist wie ein Fenster zu einer neuen Welt für uns alle. Und es ist ein besseres Bild, als es durch Medien vermittelt werden kann. So staunten mehrere unserer deutschen Freunde, dass wir auch Milch trinken, da in Deutschland erzählt wird, dass Chinesen Milch nicht gut verdauen können. Ich sehe auch gern den deutschen Kolleg*innen dabei zu, wie sie behende mit Messer und Gabel umgehen, es ist wie eine Handarbeit.

In der Freizeit habe ich Theda etwas Mandarin beigebracht. Dabei lernt sie erstaunlich schnell und meistert die Aussprache schon nach wenigen Stunden. Sie hat mir auch ein wenig Deutsch beigebracht, was mir sehr schwer fällt. Ich habe den Eindruck, dass die deutsche Sprache sehr viel komplizierter ist als die chinesische. Was denkt Ihr darüber, meine Freunde?"

Auch der zweite Brief ist voll des Lobes für das Schiff und das Leben an Bord:

"Ich bin seit sieben Jahren mit marinen Studien beschäftigt und habe an vielen Reisen teilgenommen. Dies ist meien erste Fahrt mit einem ausländischen Schiff und es ist die wohl extravaganteste Reise, die ich jemals erlebt habe.

Schon am ersten Tag in Singapur habe ich mich in das Schiff verliebt. Es ist riesig mit einem großen Arbeitsdeck. Ich kam mit einer sehr fröhlichen Stimmung an Bord, es fühlte sich großartig und luxuriös an. Auch im täglichen Leben mainfestiert sich der Luxus. Ich bin sehr glücklich, authentisches westliches Essen täglich neu zu erfahren. Nach etwa drei Wochen merkte ich allerdings, dass ich mich getäuscht hatte: Mein Magen begann, Heimweh zu spüren. Davon abgesehen aber habe ich diese Reise sehr genossen. Ich habe eine große Einzelkabine mit Schreibtisch, komfortablem Stuhl, Bad, viel Platz und einem Landschaftsbild sowie zwei Fenster mit Meerblick und ein WLAN, dass auch die Kommunikation über WeChat mit der Heimat ermöglicht. Da ist ein Monat eigentlich viel zu kurz für die Reise." ... "Selbst bei starkem Wind ist die Stabilität der SONNE außerhalb meiner Vorstellung. Diese Stabilität sorgt auch dafür, dass niemand seekrank wurde und wir auch bei starkem Sturm vor Ort bleiben können und dadurch auch mehr Stationen erledigen konnten, als im letzten Jahr. Durch die hydro-akustischen Geräte an Bord können wir die richtigen Stellen für die Kerne vorher gut und leicht bestimmen."

Einige der kurzen Aussagen lauten:

"Ein fantastisches Forschungsschiff, eine professionelle und freundliche Besatzung, eine Gruppe hart arbeitender respektabler Wissenschaftler*innen sind geschätzte Erinnerungen, die ich niemals vergessen werde."

"Es ist eine wundervolle Reise. Jeden Tag denke ich, dass ich auf einem Kreuzfahrtschiff auf Urlaub bin. Jeder an Bord ist sehr freundlich. Die SONNE ist ein sehr gut durchdachtes Forschunsschiff unter exzellentem Management, dazu leise und komfortabel. Das wissenschaftliche Forschungsprogramm läuft sehr professionell und reibungslos. I genieße alles hier."

"Ein neues Schiff, neue Kolleg*innen und neue Freunde sind die Bausteine für eine noch bessere chinesisch-deutsche Zusammenarbeit."

"Ich fühle mich durch die hervorragenden Bedingungen auf dem Schiff sowie die umsichtige akademische Einstellung der Fahrtteilnehmer*innen inspiriert. Dies ist eine fantastische Reise, die für immer in der Erinnerung bleiben wird."

Die SONNE ist wahrlich eine fantastische Forschungsplattform und die Arbeit mit der Besatzung ist sehr angenehm. Ich bin sicher, dass die deutsche wissenschaftliche Besatzung ebenso viel von der chinesischen gelernt hat, wie andersherum. Wir werden alle durch diese gemeinsame Erfahrung an Bord der Sonne auf SO269 miteinander verbunden bleiben.


Die regelmäßigen Blogeinträge der FS SONNE gibt es ebenfalls unter: https://www.io-warnemuende.de/mit-uns-auf-see-blogs.html