11. Jun. 2018
Schnecken an Schwarzen Rauchern in Niua South.

Schnecken an Schwarzen Rauchern in Niua South.

Nachdem alle Labore nun vollständig eingerichtet sind und die Geräte bereit für ihre Einsätze, haben wir mit Freude und Neugier die ersten Proben aus dem ersten Arbeitsgebeit Niua South erwartet.

Je vier erfolgreiche nächtliche TV-Greifer-Einsätze brachten jeweils viele Kilogramm Gesteine aus zwischen 600 und 1500 Meter Tiefe an Bord der Sonne. Die Gesteine reichen von Bimsen, wie sie häufig in Inselbögen zu finden sind bis hin zu basaltischen Gesteinen, die für das Verständnis der Bildungsprozesse von Niua South wichtig sind. Die Spannbreite der Gesteinstypen, die wir finden, erlaubt uns, die Probennahme der nächsten Nächte basierend auf den Gesteinen und Bildern der vorhergehenden TV-Greifer-Fahrten anzupassen und so eine effiziente Probennahme zu gestalten. An Bord der Sonne werden die Gesteine gleich bearbeitet, gesägt, beschrieben und für den Transport in die Heimat verpackt.

Im ersten Arbeitsgebiet Niua South wurden zusätzlich vier Kranzwasserschöpfer-Profile (sogenannte tow-yos) gefahren, um mögliche Plumes in der Wassersäule zu detektieren. Hierfür wird der Wasserschöpfer in unterschiedlichen Tiefen hinter dem Forschungsschiff Sonne (die mit nur einem Knoten Geschwindigkeit das ausgewählte Profil abfährt) hergezogen, wobei die angebrachten Sensoren kontinuierlich und live Messdaten wie Tiefe, Salinität, Druck und - als wichtigster Parameter für uns - Trübe übertragen.

Schnecke

Schnecke "Alviniconcha" von aktiven hydrothermalen Quellen in Niua South.

Bild: D. Ernst/Jacobs University
Aussetzen des MARUM QUEST von Bord der Sonne.

Aussetzen des MARUM QUEST von Bord der Sonne.

Bild: D. Ernst/Jacobs University
Wasserkranzschöpfer an Deck der Sonne.

Wasserkranzschöpfer an Deck der Sonne.

Bild: C. Kleint/Jacobs University
Christoph Beier und Bernd Schleifer mit einem Basalt vor dem TV-Greifer.

Christoph Beier und Bernd Schleifer mit einem Basalt vor dem TV-Greifer.

Bild: S. Krumm/FAU
Fluidprobenahme am schwarzen Raucher in Niua South.

Fluidprobenahme am schwarzen Raucher in Niua South.

Bild: MARUM-QUEST/Universität Bremen
Schwarzer Raucher in Niua South.

Schwarzer Raucher in Niua South.

Bild: MARUM-QUEST/Universität Bremen
MARUM QUEST an Bord der Sonne.

MARUM QUEST an Bord der Sonne.

Bild: M. Anderson/GEOMAR
1 / 7

Schnecke "Alviniconcha" von aktiven hydrothermalen Quellen in Niua South.

Bild: D. Ernst/Jacobs University

Aussetzen des MARUM QUEST von Bord der Sonne.

Bild: D. Ernst/Jacobs University

Wasserkranzschöpfer an Deck der Sonne.

Bild: C. Kleint/Jacobs University

Christoph Beier und Bernd Schleifer mit einem Basalt vor dem TV-Greifer.

Bild: S. Krumm/FAU

Fluidprobenahme am schwarzen Raucher in Niua South.

Bild: MARUM-QUEST/Universität Bremen

Schwarzer Raucher in Niua South.

Bild: MARUM-QUEST/Universität Bremen

MARUM QUEST an Bord der Sonne.

Bild: M. Anderson/GEOMAR

Ein Trübesignal deutet auf Partikel in der Wassersäule hin und ist meist ein Anzeichen für einen hydrothermalen Plume. In diesen Tiefen werden dann die Flaschen am Kranzwasserschöpfer per Knopfdruck aus dem Labor geschlossen. Bis zu 24 Flaschen mit je 12 Litern Volumen können so gefüllt werden. Wieder an Deck, stehen schon alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bereit, um sich Proben aus den entsprechenden Flaschen und Tiefen abzufüllen. Durch diese Profile und spätere Analysen können wir abschätzen, wie weit sich der Plume ausbreitet – lateral und vertikal.

Unser wichtigstes Probenahme-Gerät, das "MARUM-QUEST", taucht bereits zum zweiten Mal und liefert uns spektakuläre Bilder und Proben vom Meeresboden. Nachdem es 1200 Meter durch die Wassersäule abgetaucht ist, landete es direkt in einem Gebiet mit aktiven und inaktiven hydrothermalen Rauchern und wir konnten somit recht schnell mit der ersten Probenahme beginnen. Neben Gesteinen und Erzen sammelt "QUEST" auch Fluide sowie biologische Proben wie Muscheln, Schnecken oder Röhrenwürmer ein. Die erste Bearbeitung der Proben beginnt direkt in den Laboren der Sonne und dauert bis in die Nacht, während zeitgleich bereits das nächste Gerät von Deck gelassen wird, um weitere Proben an Bord zu bringen.