10. Sep. 2018
Der erste Schnee auf dem verlassenen Arbeitsdeck.  Foto: Sandra Tippenhauer

Der erste Schnee auf dem verlassenen Arbeitsdeck.

Die Expedition TRANSDRIFT XXIV schreitet voran und die Bergungsarbeiten sind in vollem Gange. Sandra Tippenhauer und ihre Kolleginnen und Kollegen sind voller Tatendrang. Doch der Nebel erschwert die Arbeiten an Bord der Akademik Tryoshnikov.

Alle Geräte, die wir mit den Verankerungen geborgen haben, liegen nun sicher verstaut im Hangar und werden nach und nach gereinigt und verpackt. Währenddessen fahren wir weiter und arbeiten uns von Severnaya Zemlya in die Laptewsee vor. Auf dem Schelf der westlichen Laptewsee führen wir sogenannte Stationsarbeiten durch. Dabei werden unterschiedliche Messgeräte eingesetzt.

Ein zentrales Instrument ist die CTD-Sonde. CTD ist eine englische Abkürzung und steht für Conductivity, Temperature, Depth; auf Deutsch: Leitfähigkeit, Temperatur, Tiefe. Die Sonde misst also neben der Temperatur und der Tiefe auch die elektrische Leitfähigkeit des Wassers. Aus der Leitfähigkeit berechnen wir, wie viel Salz im Wasser gelöst ist. Der Salzgehalt und die Temperatur des Wassers sind nicht nur wichtig für die Lebewesen im Wasser, sondern spielen auch eine große Rolle für Meeresströmungen.

Dieser Eisberg trieb genau dort, wo wir eigentlich messen wollten.

Dieser Eisberg trieb genau dort, wo wir eigentlich messen wollten.

Bild: Sandra Tippenhauer
Auftriebskörper in verschiedenen Formen und Farben.

Auftriebskörper in verschiedenen Formen und Farben.

Bild: Sandra Tippenhauer
Ausblick aus den Kammern auf dem untersten Deck. Die Bullaugen sind leider recht hoch, sodass man nur im Stehen rausgucken kann.

Ausblick aus den Kammern auf dem untersten Deck. Die Bullaugen sind leider recht hoch, sodass man nur im Stehen rausgucken kann.

Bild: Sandra Tippenhauer
Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Weil alle so schnell wie möglich ihre Proben abfüllen wollen, kann es hier ganz schön eng zugehen.

Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Weil alle so schnell wie möglich ihre Proben abfüllen wollen, kann es hier ganz schön eng zugehen.

Bild: Sandra Tippenhauer
Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Hier läuft das Wasser zuerst durch einen Filter.

Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Hier läuft das Wasser zuerst durch einen Filter.

Bild: Sandra Tippenhauer
Die CTD wir vom Deck ins Wasser gelassen. Oben sieht man die 24 noch geöffneten Wasserschöpfer. Darunter die verschiedenen Sensoren.

Die CTD wir vom Deck ins Wasser gelassen. Oben sieht man die 24 noch geöffneten Wasserschöpfer. Darunter die verschiedenen Sensoren.

Bild: Sandra Tippenhauer
Die CTD verschwindet im Wasser, bevor sie dann bis zum Meeresboden herunter gelassen wird.

Die CTD verschwindet im Wasser, bevor sie dann bis zum Meeresboden herunter gelassen wird.

Bild: Sandra Tippenhauer
Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Bild: Sandra Tippenhauer
Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Bild: Sandra Tippenhauer
Ein mit Algen bewachsene Auftriebskörper nach einigen Jahren im Wasser.

Ein mit Algen bewachsene Auftriebskörper nach einigen Jahren im Wasser.

Bild: Sandra Tippenhauer
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Dieser Eisberg trieb genau dort, wo wir eigentlich messen wollten.

Bild: Sandra Tippenhauer

Auftriebskörper in verschiedenen Formen und Farben.

Bild: Sandra Tippenhauer

Ausblick aus den Kammern auf dem untersten Deck. Die Bullaugen sind leider recht hoch, sodass man nur im Stehen rausgucken kann.

Bild: Sandra Tippenhauer

Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Weil alle so schnell wie möglich ihre Proben abfüllen wollen, kann es hier ganz schön eng zugehen.

Bild: Sandra Tippenhauer

Die CTD ist an Deck und das Wasser wird in kleine Glasflaschen gefüllt. Hier läuft das Wasser zuerst durch einen Filter.

Bild: Sandra Tippenhauer

Die CTD wir vom Deck ins Wasser gelassen. Oben sieht man die 24 noch geöffneten Wasserschöpfer. Darunter die verschiedenen Sensoren.

Bild: Sandra Tippenhauer

Die CTD verschwindet im Wasser, bevor sie dann bis zum Meeresboden herunter gelassen wird.

Bild: Sandra Tippenhauer

Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Bild: Sandra Tippenhauer

Verschiedene Geräte im Hangar warten darauf, in Kisten verpackt zu werden.

Bild: Sandra Tippenhauer

Ein mit Algen bewachsene Auftriebskörper nach einigen Jahren im Wasser.

Bild: Sandra Tippenhauer

Die CTD-Sonde ist zusammen mit weiteren Sensoren an einem Runden Metallgestänge befestigt, der Rosette. Es gibt dort einen Sensor für Chlorophyll, mit dessen Hilfe wir pflanzliches Plankton im Wasser messen. Wie viele Nährstoffe für das Plankton zur Verfügung stehen, messen wir mit einem Nitratsensor. Ein Sauerstoffsensor überprüft, ob das Plankton Sauerstoff produziert oder ob es abgestorben ist. Wenn es abgestorben ist, wird es abgebaut und wieder in Nährstoffe umgewandelt. Zusätzlich können wir die Konzentration von gelöstem organischen Material bestimmen. Dies ist eine wichtige Komponente des ozeanischen Kohlenstoffkreislaufs. Ein Sensor für die Trübung bestimmt, wie viele Partikel sich im Wasser befinden. Diese Partikel werden außerdem von einer Partikelkamera fotografiert, sodass wir zum Beispiel bestimmen können, welche Größe die einzelnen Partikel haben.

Die Rosette, mit all den Geräten, hängt an einem dicken Draht, mit dem sie in die Tiefe des Ozeans heruntergelassen wird. Auf ihrem Weg misst sie die genannten Parameter und schickt die Daten durch den Draht nach oben. So können wir oben am Computer sehen, was die Sonde auf ihrem Weg misst.  Zusätzlich zu den Messgeräten sind an der Rosette 24 Wasserschöpfer angebracht. Die Wasserschöpfer können wir in verschiedenen Wassertiefen schließen und so Wasserproben aus mehreren Tausend Metern Wassertiefe an Deck bringen. Auch das Schließen der Schöpfer funktioniert vom Computer über ein Signal durch den Draht.

Wenn das Packet aus Sensoren und Wasserproben wieder an Deck steht, geht die Arbeit für einige Kollegen erst richtig los. Möglichst schnell wird das Wasser von Biologen, Chemikern, Ozeanographen und Geologen aus den Wasserschöpfern in verschiedene Probenflaschen umgefüllt und je nach Bedarf gefiltert, eingefroren oder direkt an Bord analysiert.

Und all das passiert im Nebel. Ein, zwei Mal hatten wir auch blauen Himmel für ein paar Stunden. Aber sonst nur Nebel. Immerhin haben wir das erste Eis gesehen und auch schon gespürt, wie es sich anfühlt, wenn die Akademik Tryoshnikov Eis bricht. Die Tryoshnikov fängt dann an, leicht zu vibrieren. Je nachdem wo man gerade im Schiff ist, kann man auch das Kratzen der Eisschollen am Schiffsrumpf hören. Ein beeindruckendes Geräusch, das einen daran erinnert, nur wenige Meter vom eisigen Wasser entfernt an seinem Schreibtisch zu sitzen. Einer der schönsten Arbeitsplätze, die es gibt.

Unsere Internetverbindung wird in den nächsten Tagen noch eingeschränkter sein, als sie es ohnehin schon ist. Eventuell müssen wir dann erst einmal auf Fotos in unserem Logbuch verzichten.

Viele Grüße,
eure Sandra

Für planeterde berichtet von Bord der Akademik Tryoshnikov Dr. Sandra Tippenhauer vom Alfred-Wegener-Institut.