03. Okt. 2018

Der Eisbär beobachtete uns neugierig, während wir an ihm vorbeifuhren.

Nach den sehr erfolgreichen Eisarbeiten fuhren wir wieder in Richtung der Eiskante. Als wir die letzten großen Schollen um uns hatten, sahen wir zum ersten Mal einen Eisbären. Er stand auf einer Scholle und beobachtete uns neugierig. Kurz danach verließen wir das Eis und sahen seitdem nur hin und wieder einzelne Schollen. Dafür begegneten uns mehr und mehr Eisberge, je näher wir der Küste kamen.

Wir haben wieder eine Reihe von CTD-Messungen (siehe Log #3) durchgeführt. Zusätzlich fischten wir mit verschiedenen Netzen Proben für biologische Untersuchungen. Die Netze werden in verschiedenen Tiefen gefahren, um Lebewesen aus verschiedenen Schichten des Ozeans zu fangen. Wir wollen untersuchen, ob sich die Lebewesen aus 200 Metern Tiefe von denen unterscheiden, die zum Beispiel in 30 Metern Tiefe leben. Kopepoden fanden wir in allen Schichten, Krill hingegen nur in den tieferen. Im Zuge des Klimawandels könnte der Krill beginnen, sich auch direkt in den arktischen Gewässern fortzupflanzen. Zusätzlich suchten wir nach kleinen Polardorschen. Sie kommen überall in der Arktis vor, aber wir vermuten, dass sie in der Region der Laptewsee ihre Kinderstube haben. Ob das so ist, wollen wir anhand der gefangenen Fische untersuchen.

Ein weiteres Instrument, welches wir einsetzten, ist die Turbulenzsonde. Sie misst die Turbulenz im Wasser. Eine solche Turbulenz kann man sich vorstellen, wenn man einmal an eine Tasse mit schwarzem Kaffee oder Tee denkt. Schüttet man Milch hinein, fängt das dunkle Getränk an, sich mit der hellen Milch zu vermischen. Zunächst gibt es hellere und dunklere Bereiche. Viele kleine Wirbel. Das ist Turbulenz in der Tasse. Durch Umrühren kann die Turbulenz verstärkt werden und damit die Durchmischung von Tee und Milch. Rührt man weiter, sind Tee und Milch irgendwann vollständig vermischt.

Es schneit. Das Bongonetz wird an der Oberfläche geschleppt. Es besteht aus zwei runden Netzen, die wie bei einer Bongotrommel nebeneinander angeordnet sind.

Es schneit. Das Bongonetz wird an der Oberfläche geschleppt. Es besteht aus zwei runden Netzen, die wie bei einer Bongotrommel nebeneinander angeordnet sind.

Bild: Simon Hummel
Das Bongonetz ist wieder an Deck. Der Inhalt des Netzes sammelt sich in einem Behälter am Ende des Netzes.

Das Bongonetz ist wieder an Deck. Der Inhalt des Netzes sammelt sich in einem Behälter am Ende des Netzes.

Bild: Simon Hummel
Bei Schneefall wird der Inhalt des Bongonetzes in einen Eimer umgefüllt. Später wird alles im Labor analysiert.

Bei Schneefall wird der Inhalt des Bongonetzes in einen Eimer umgefüllt. Später wird alles im Labor analysiert.

Bild: Simon Hummel
Die Turbulenzsonde wird ins Wasser gesetzt.

Die Turbulenzsonde wird ins Wasser gesetzt.

Bild: Simon Hummel
Die Turbulenzsonde im Wasser, kurz bevor die Messung gestartet wird.

Die Turbulenzsonde im Wasser, kurz bevor die Messung gestartet wird.

Bild: Simon Hummel
Die Turbulenzsonde ist wieder an Deck und wird gereinigt.

Die Turbulenzsonde ist wieder an Deck und wird gereinigt.

Bild: Simon Hummel
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Es schneit. Das Bongonetz wird an der Oberfläche geschleppt. Es besteht aus zwei runden Netzen, die wie bei einer Bongotrommel nebeneinander angeordnet sind.

Bild: Simon Hummel

Das Bongonetz ist wieder an Deck. Der Inhalt des Netzes sammelt sich in einem Behälter am Ende des Netzes.

Bild: Simon Hummel

Bei Schneefall wird der Inhalt des Bongonetzes in einen Eimer umgefüllt. Später wird alles im Labor analysiert.

Bild: Simon Hummel

Die Turbulenzsonde wird ins Wasser gesetzt.

Bild: Simon Hummel

Die Turbulenzsonde im Wasser, kurz bevor die Messung gestartet wird.

Bild: Simon Hummel

Die Turbulenzsonde ist wieder an Deck und wird gereinigt.

Bild: Simon Hummel

Im Ozean vermischen sich auch verschiedene Wassermassen. Zum Beispiel wärmeres und kälteres Wasser oder Wasser mit viel oder wenig Nährstoffen. Im Ozean gibt es natürlich keinen Teelöffel zum Umrühren. Dafür gibt es den Wind und die Gezeiten. Sie bringen Bewegung in das Wasser und sorgen so dafür, dass sich Wasser mit verschiedenen Eigenschaften vermischt.

Genau diese Vermischung wollen wir untersuchen. Dazu messen wir mit einer sehr kleinen Sonde die feinen Wirbel im Wasser. Daraus können wir dann später berechnen, wie stark sich zum Beispiel die Nährstoffe oder auch die Temperatur und der Salzgehalt durch die Vermischung ändern. Temperatur und Salzgehalt sind wichtig für den Verlauf der Strömung und die Eisbildung. Die Nährstoffe sind wichtig für zum Beispiel das Wachstum von Plankton. Ohne Nährstoffe kann nichts im Wasser wachsen. Plankton wiederum ist die Nahrung für beispielsweise Krill.

Inzwischen ist unsere Reise beinahe zu Ende. Viele Kisten sind schon gepackt und wieder in den Containern verstaut. Vorher bleiben uns jedoch noch ein paar Tage, um mit unseren Kollegen und neu gewonnen Freunden die Rückfahrt, die Vorfreude auf Zuhause und das inzwischen schöne Wetter zu genießen.

Viele Grüße
eure Sandra

Für planeterde berichtet von Bord der Akademik Tryoshnikov Dr. Sandra Tippenhauer vom Alfred-Wegener-Institut.