13. Aug. 2018
Ein Schlitten wird über das Eis gezogen, um die Eis- und Schneedicke zu messen.

Ein Schlitten wird über das Eis gezogen, um die Eis- und Schneedicke zu messen.

Im August 2018 startet eine Gruppe von russischen und deutschen Forscherinnen und Forschern auf dem russischen Forschungseisbrecher Akademik Tryoshnikov in die Sibirische Arktis.

Im Rahmen des deutsch-russischen Forschungsprojektes "CATS – Das arktische transpolare System im Wandel" werden physikalische und biologische Prozesse in den sibirischen Schelfmeeren und entlang des angrenzenden Kontinentalhangs untersucht. Wo genau fließt das frische Wasser aus den Flüssen und vom Sibirischen Schelf in das Nordpolarmeer? Wo mischt es sich mit dem salzreichen, wärmeren Wasser aus dem Atlantik. Welchen Einfluss hat es auf die Eisbedeckung im Nordpolarmeer? Wie sieht der Einfluss auf das Wachstum von Plankton aus? Alle diese Fragestellungen werden gerade auch im Hinblick auf den schnell voranschreitenden Klimawandel untersucht.

Die Akademik Tryoshnikov.

Die Akademik Tryoshnikov.

Bild: Jens Klimmeck/GEOMAR
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Die Akademik Tryoshnikov.

Bild: Jens Klimmeck/GEOMAR

Die Expedition TRANSDRIFT XXIV wird versuchen auf diese und viele weitere Fragen Antworten zu finden. Dazu werden eine ganze Reihe von verschiedenen Messgeräten zum Einsatz kommen, die vom Schiff oder auch vom Eis aus eingesetzt werden. Eine wichtige Ergänzung stellt die Bergung von verankerten Messgeräten dar. Diese Geräte befinden sich bereits seit drei Jahre im Wasser und zeichnen kontinuierlich Daten auf. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation sowie den teilnehmenden Instituten und Universitäten finanziert.

Ergänzt wird das CATS-Arbeitsprogramm durch zwei weitere Projekte: TICE vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und NABOS vom International Arctic Research Center University of Alaska Fairbanks. Im Rahmen von TICE unter der Leitung von Dr. Benjamin Rabe wird der Transport von Eis und Süßwasser vom Sibirischen Schelf, quer durch den arktischen Ozean, bis zur Framstraße untersucht. Dazu werden Bojen auf dem Eis ausgebracht und ein Schlitten wird über das Eis gezogen.

Auch die Eis-Bojen messen, wie dick das Eis ist und wie viel Schnee darauf liegt. Zusätzlich können manche Bojen auch verschiedene Eigenschaften des Wassers sowie der Luft messen. Zum Beispiel die Temperatur und den Druck der Luft sowie die Sonneneinstrahlung.

In den vergangenen Tagen wurde die Akademik Tryoshnikov in Kiel beladen und vom Schleswig-Holstein Magazin besucht – hier geht's zum Filmbeitrag.

Wir freuen uns auf eine spannende Expedition!

Viele Grüße,
eure Sandra

Für planeterde berichtet von Bord der Akademik Tryoshnikov Dr. Sandra Tippenhauer vom Alfred-Wegener-Institut.