29. Jan. 2020
Driller Glen Barrett steuert aus der Kabine heraus den Bohrvorgang und beobachtet in diesem Moment die Bergung eines weiteren 10 Meter Bohrkerns.

Driller Glen Barrett steuert aus der Kabine heraus den Bohrvorgang und beobachtet in diesem Moment die Bergung eines weiteren 10 Meter Bohrkerns.

Expedition 378 bohrt in den Ozeanboden, um mehr über die Sedimente und die darin enthaltenen Informationen zu erfahren. Wie läuft das eigentlich im Einzelnen ab?

Der Ozeanboden befindet sich an unserer Bohrlokation in ungefähr 1.221 Meter Wassertiefe. Das Bohrloch und der daraus gewonnene Sedimentkern sind nur weniger als eine Handfläche breit. Ein Bohrkern ist ein aus dem Ozeanboden herausgestanzter jeweils etwa zehn Meter langer Zylinder, dabei wird das Sediment in einem Plastikrohr aufgenommen. Dieser Sedimentkern wird per Seilverfahren aus dem Bohrgestänge heraus an Deck gebracht – bis dann darauf die nächsten zehn Meter erbohrt werden und so weiter, bis die geplante Tiefe erreicht ist. Oder aus technischen Gründen nicht mehr weitergebohrt werden kann oder darf. https://youtu.be/HqiM6aDmlHU

Advanced Piston Core (APC)-Schuh, während Expedition 378 abgenutzt.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Extended Core Barrel (XCB)-Kronen, die während Expedition 378 benutzt wurden.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

XCB-Bohrkrone in Bohrkopf.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Während Expedition 378 eingesetzter Bohrkopf.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Auf einem Bildschirm im Co-chiefs Office können wir technische Parameter des Bohrvorgangs einsehen ...

Bild: Ursula Röhl, MARUM

... und den Bohrvorgang verfolgen.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Steuerarmatur der Driller in der Drillerkabine.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Endlich wieder Sonnenschein an der Bohrlokation.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Arbeiten im Bohrturm sind tägliches Geschäft.

Bild: Simon C. George & IODP

Im Kühllager füllen sich die Regale mit den Kernboxen der Expedition

Bild: Claire Concannon & IODP)
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Advanced Piston Core (APC)-Schuh, während Expedition 378 abgenutzt.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Extended Core Barrel (XCB)-Kronen, die während Expedition 378 benutzt wurden.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

XCB-Bohrkrone in Bohrkopf.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Während Expedition 378 eingesetzter Bohrkopf.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Auf einem Bildschirm im Co-chiefs Office können wir technische Parameter des Bohrvorgangs einsehen ...

Bild: Ursula Röhl, MARUM

... und den Bohrvorgang verfolgen.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Steuerarmatur der Driller in der Drillerkabine.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Endlich wieder Sonnenschein an der Bohrlokation.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Arbeiten im Bohrturm sind tägliches Geschäft.

Bild: Simon C. George & IODP

Im Kühllager füllen sich die Regale mit den Kernboxen der Expedition

Bild: Claire Concannon & IODP)

Die JOIDES RESOLUTION kann verschiedene Sedimenttypen erbohren. Dabei hängt der verwendete Bohrkopf von der Festigkeit des Sediments ab. Der sogenannte Advanced Piston Corer (APC) findet bei unverfestigtem bis relativ weichem Sediment Anwendung. Es gibt auch einen Half-Length Advanced Piston Corer (HLAPC), der eingesetzt werden kann, um kürzere Intervalle, die zum Beispiel zwischen harten Lagen liegen, zu erfassen, oder um den Wechsel zur nächsten, stärkeren Bohrmethode noch etwas heraus zu zögern. Sobald das Sediment zu stark verfestigt ist und durch den APC- oder HLAPC-Schuh nicht mehr geschnitten werden kann – im Durchschnitt ist das bei etwa 200 Meter unter dem Ozeanboden der Fall – kommt das sogenannte Extended Core Barrel (XCB) zum Einsatz. Diese Methode wird für Bohren in noch stärker verfestigtem Sediment oder anderem Gestein in noch größeren Tiefen von dem Rotationsverfahren (RCB) abgelöst. Mehr technische Details finden sich unter http://iodp.tamu.edu/tools/index.html.

Die Zeit rast dahin, und wir haben inzwischen – am Samstagvormittag – die fünfte und letzte Bohrung der Expedition erfolgreich an der ausgewählten Stelle in geplanten 238 Metern unter dem Meeresboden beendet. Einige unserer anderen Bohrungen sind noch um einiges tiefer, darüber später mehr. Jedenfalls war gegen Mittag Ortszeit der gesamte Bohrstrang wieder an Bord, die Thruster (Ruderpropeller) sind um kurz vor 13 Uhr Ortszeit alle wieder hochgefahren worden. https://youtu.be/1lJ3VWl-pOs.

Im Anschluss haben wir unsere 2.542 Seemeilen – das entspricht 4.708 Kilometern, in etwa Luftlinie von Bremen nach Nigeria – weiten Transit (für den wir circa zehn Tage brauchen werden) nach Papeete auf Tahiti begonnen. Wir machen zunächst einen kleineren Schlenker vor die Ostküste Neuseelands bei Timaru, um ein Ersatzteil an Bord zu nehmen. Die Arbeiten in den Laboren an dem gewonnenen Material (Sedimentkerne und Porenwasserproben) sind erstmal noch im vollen Gange. Mehr berichte ich dann beim nächsten Mal.

Ursula Röhl

27.1.2020


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html