10. Feb. 2020
Die beiden Co-Chiefs der Expedition 378, Ulla Röhl und Deborah Thomas.

Die beiden Co-Chiefs der Expedition 378, Ulla Röhl und Deborah Thomas.

Tatsächlich haben wir am Dienstag gegen Mittag das Atoll Îles Maria mit den vier Inseln im Vorbeifahren gesehen. Eine interessante Abwechslung im Arbeitsablauf gegen Ende der Expedition, wo das Fertigstellen der Berichtstexte, -tabellen und -Abbildungen sowie Datensicherung (!) in den Vordergrund gerückt ist. Gestern war schon das letzte der Meetings zur Diskussion und Planung von gemeinsamen Forschungsprojekten.

Nun geht es auch ans Aufräumen und Packen in den Kabinen, dabei tauchten bisher vergessene Schokoladenvorräte auf und wurden allerorten gerne angenommen. Viele Teilnehmer versuchen in den letzten Expeditionstagen den Schlafrhythmus des Schichtbetriebes entweder an die Zeitzone zuhause oder an Tahiti-Zeit anzupassen. Dadurch wird es jetzt ab und an dann doch etwas voll in der Messe an Bord der JR.

Roy und Bubba, die sich mehr als 40 Jahre kennen und an mehr als ein Dutzend Bohr-Expeditionen gemeinsam teilgenommen haben, haben in den Konferenzraum eingeladen um über Leben und Arbeiten an Bord der Glomar Challenger, dem Bohrschiff während des Deep Sea Drilling Projects (DSDP, von 1968 bis Anfang der achtziger Jahre) zu berichten. Alle haben gebannt den Schilderungen und Anekdoten zugehört. Bohrtechnik, genereller Ablauf und die Datenerhebung war in der vordigitalen Ära doch erheblich anders, was sich viele der jüngeren Teilnehmer kaum mehr vorstellen können.

Teilnehmer auf dem Brückendeck.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Im „Ausguck“ oben auf dem Bohrturm.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Die Route der JR vorbei am Atoll Îles Maria mit den vier Inseln.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Kazatuka, Hojun und Wendy an Deck, Korallenatoll im Hintergrund.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Elizabeth, Lindy, Rosie, Laura und Gabby (von links nach rechts).

Bild: Ursula Röhl, MARUM

JR nähert sich Korallenatoll Îles Maria mit den vier Inseln.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Regenbogen.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Tahiti.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

JR im Hafen von Papeete.

Bild: Ursula Röhl, MARUM
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Teilnehmer auf dem Brückendeck.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Im „Ausguck“ oben auf dem Bohrturm.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Die Route der JR vorbei am Atoll Îles Maria mit den vier Inseln.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Kazatuka, Hojun und Wendy an Deck, Korallenatoll im Hintergrund.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Elizabeth, Lindy, Rosie, Laura und Gabby (von links nach rechts).

Bild: Ursula Röhl, MARUM

JR nähert sich Korallenatoll Îles Maria mit den vier Inseln.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Regenbogen.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Tahiti.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

JR im Hafen von Papeete.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Wir haben heute Tahiti erreicht. Die Außentemperaturen sind sehr warm, es ist ziemlich windig und zurzeit ist es relativ wechselhaft mit regelmäßigen Schauern. 

Gestern abend gab es nochmal eine Session der Musikertruppe in der Bibliothek im untersten Deck. Spannend wurde es, als Land in Sicht kam und wir dann das Pilotenboot trafen und in den Hafen von Papeete eingelaufen sind (Fotos in Cloud). Darauf folgte die Prozedur mit Zoll und Immigration an Bord, im Laufe des späten Nachmittags haben die meisten die JR verlassen und sind in ein Hotel übergesiedelt.

Typisch sind gemischte Gefühle, einerseits waren wir sehr erfolgreich und haben es geschafft und bald geht es nach Hause, aber zunächst kommt der Abschied vom Meer, der JR und den Teilnehmern. In den nächsten Tagen werden wir alle nach und nach unsere Heimreisen antreten. Es war eine spannende und interessante Zeit und nicht nur das Kühllager an Bord ist gut mit Sedimentkernen und Probenmaterial gefüllt, auch unsere Köpfe sind voller neuer Ideen für die nun folgenden, mehrere Jahre dauernden Auswertephase. Sofern gesehen fängt es mit dem Abschluss der Bohrphase erst richtig an. Während der Expedition sind viele neue Kollaborationen entstanden und Freundschaften wurden geschlossen.

Ein Lichtstrahl erscheint bereits jetzt am Horizont: Das Wissenschaftlerteam wird sich im Laufe des Sommers im texanischen Kernlager treffen um - nachdem die Kerne dort eingetroffen sind und zunächst weitere Messungen durchgeführt werden - dann zentimetergenau die Proben für die verschiedenen Detailuntersuchungen in den Speziallaboren der einzelnen Teilnehmer zu nehmen. Ein Teil des Teams wird sich auch schon vorab treffen um den Expeditionsbericht (Proceedings of the IODP) erneut Korrektur zu lesen nachdem dieser komplett ist und von der Publikationsgruppe in College Station gesetzt wurde. In ungefähr zwei Jahren werden wir uns zu einem größerem Ergebnismeeting treffen, bis dahin aber über gemeinsame Pläne zu Forschungsprojekten und Publikationen und auch über Tagungen und Konferenzen verbunden bleiben.

Ursula Röhl, 6. Februar 2020


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html