13. Jan. 2020
Die Messung der Intensität des geomagnetischen Feldes ist nur außerhalb jeglicher sogenannter Ausschließlicher Wirtschaftszonen möglich.

Die Messung der Intensität des geomagnetischen Feldes ist nur außerhalb jeglicher sogenannter Ausschließlicher Wirtschaftszonen möglich.

Unsere 2.249 Seemeilen weite Fahrt von Lautoka, Fidschi zur Bohrlokation südlich von Neuseeland dauert etwa neun Tage. Wie verbringen wir diese Zeit an Bord?

Keine Sorge, es ist so viel zu tun! Wir haben inzwischen an einer Rettungsbootübung teilgenommen und unsere Rettungsanzüge anprobiert [siehe Log Nr. 3]. In den Laboren wurden wir auf spezifische Sicherheitsaspekte der jeweiligen Arbeitsbereiche hingewiesen und haben über die ordnungsgemäße Archivierung der Bohrkerne viel erfahren. Außerdem wurde das gesamte Expeditionsteam mit dem generellen Arbeitsablauf (der sogenannte Core Flow aus mehreren Arbeitsschritten) in und zwischen allen Laboren vertraut gemacht.

Das Team ist für verschiedene Laborbereiche eingeteilt: Es gibt die Kernbeschreibungsgruppe, mehrere Geochemiker*innen, etliche Mikropaläontolog*innen für verschiedene Mikrofossilgruppen, Paläomagnetiker*innen, eine weitere Gruppe, die sich mit den physikalischen Eigenschaften oder der Bohrkernkorrelation beschäftigt. Darunter versteht man die parallelen Bohrungen an einer Lokation. Alle Laborgruppen arbeiten nun fieberhaft daran, sich mit den Messinstrumenten im Detail vertraut zu machen und die Eingabe der Analysen und Beschreibungen in die Datenbank zu testen. Wenn die ersten Bohrkerne an Bord kommen, sollte jeder wissen, was zu tun ist! Darüber hinaus stellt jede Laborgruppe Entwürfe für die Methodenkapitel des Expeditionsberichts zusammen. Diese enthalten Informationen, wie im Einzelnen vorgegangen wird, damit nachfolgende Expeditionsteilnehmer*innen jeden Arbeitsschritt nachvollziehen können.

Das Outreach-Team an Bord der JR (von links): Lindy Newman, Claire Concannon und Yiming Yu.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das dynamische Positionierungssystem hilft dabei, das Schiff beim Bohren stabil zu halten.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Nur so kann überhaupt an einer Stelle gebohrt werden.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das Schiff zieht ein Instrument, das die Intensität des geomagnetischen Feldes misst.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das relativ kleine Instrument ist am Heck des Schiffs mit einem Tau befestigt.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Nach dem Bergen reinigt die Crew das Instrument und entdeckt Knabberspuren eines Tieres.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Sonnenuntergang auf dem Helideck.

Bild: Ursula Röhl, MARUM
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Das Outreach-Team an Bord der JR (von links): Lindy Newman, Claire Concannon und Yiming Yu.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das dynamische Positionierungssystem hilft dabei, das Schiff beim Bohren stabil zu halten.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Nur so kann überhaupt an einer Stelle gebohrt werden.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das Schiff zieht ein Instrument, das die Intensität des geomagnetischen Feldes misst.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Das relativ kleine Instrument ist am Heck des Schiffs mit einem Tau befestigt.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Nach dem Bergen reinigt die Crew das Instrument und entdeckt Knabberspuren eines Tieres.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Sonnenuntergang auf dem Helideck.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Unser fröhliches Team der Öffentlichkeitsarbeit, das aus Lindy (USA), Claire (Neuseeland) und Yiming (China) besteht, hat ihre Pläne für Aktionen inklusive soziale Medien, Videoschalten, Blogs und Podcasts an Bord sowie Projekte im Anschluss der Expedition in ihren jeweiligen Museen vorgestellt. Was für ein beindruckender Trommelwirbel!

Debbie und ich haben einen Vortrag für die Schiffscrew gehalten. Das Interesse war groß, es ist eine Gelegenheit, allen Beteiligten, die zum Gelingen der Expedition beitragen, zu danken. Das Expeditionsteam hat eine Einführung mit Demonstrationen für das immer komplexere Feld der Bohrkernkorrelation bekommen: Bei mehreren Parallelbohrungen muss darauf geachtet werden, dass sich die Kerne überlappen, damit wir eine vollständige Abfolge aus verschiedenen Bohrungen definieren können. Ein Vortrag über Vorarbeiten an der geplanten Bohrlokation rundete diesen Tag ab. Beindruckend immer wieder auch die Tour vom Operations Superintendent von Brücke bis Maschinenraum. Staunenswert dabei auch das dynamische Positionierungssystem, das ermöglicht es, ein Schiff überhaupt relativ stabil über einem Bohrloch zu positionieren und zu bohren.

Als wir in internationalen Gewässern außerhalb jeglicher sogenannter Ausschließlicher Wirtschaftszonen waren, bestand die Möglichkeit, ein Messinstrument, das die Intensität des geomagnetischen Feldes misst, hinter dem Schiff herzuziehen. Mit Hilfe dieser Daten kann der magnetische Charakter des Meeresbodens quasi während der Fahrt ermittelt werden. Debbie und ich konnten bei der Bergung und Reinigung des Instruments durch marine Techniker am Heck unter dem Hubschrauberdeck dabei sein. Das Instrument zeigt im vorderen Drittel Abdrücke, wahrscheinlich von einem Haibiss und ist nun bis zum nächsten Einsatz in internationalen Gewässern auf unserem Weg am Ende der Expedition nach Tahiti eingelagert. Dieser Einsatz war dann auch eine guter Anlass, sich endlich auf dem darüberliegendem Hubschrauberdeck – zumal bei Sonnenuntergang – etwas die Beine zu vertreten.

Ursula Röhl


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html