14. Jan. 2020
Sonnenuntergang: Willkommen in den „Roaring Fourties“ – Wellen rollen auf die JR zu, aber der Sonnenaufgang ist phänomenal.

Sonnenuntergang: Willkommen in den "Roaring Fourties" – Wellen rollen auf die JR zu, aber der Sonnenaufgang ist phänomenal.

Bei 42°S / 176°E, ungefähr auf der Höhe zwischen der Nord- und Südinsel von Neuseeland, wird es gegen 4 Uhr Ortszeit langsam ungemütlicher, erste Anzeichen der sogenannten "Roaring Fourties"?

Es sind die Auswirkungen der Winde durch die Cook-Straße, der Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln von Neuseeland, die zu den stürmischsten Meeresstraßen der Welt zählt. Ich war kurz an Deck und man sieht wie die Wellen aus dem Westen seitlich auf uns zulaufen, das Rollen des Schiffs ist nicht gerade angenehm, der Geburtstagskuchen für Sonal wird auf den nächsten Tag verschoben, aber der Sonnenaufgang ist phänomenal. Nach ein paar Stunden sind wir im Schutz der Südinsel, dennoch bleibt erstmal der Zugang zu den unteren Decks und zum Helideck abgesperrt.

Seit zwei Tagen sind wir relativ nah an Neuseeland, gestern gab es Landsicht. Das Wetter ist traumhaft, das Meer glatt wie ein Ententeich, eine Gruppe von Delfinen war in der Ferne auszumachen und wir hatten an Deck das erste BBQ-Lunch dieser Expedition. Gut, dass die Chance an diesem Samstag genutzt wurde, der Sonntag war ja dann sehr turbulent.

Lindy (links) und Isabella halten Ausschau nach tierischen Meeresbewohnern.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Sonntags wird an Deck gegrillt – jetzt aber ausnahmsweise mal samstags.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mit den Pressen wird das Porenwasser aus den Sedimenten gepresst und anschließend chemisch untersucht.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Route der IODP Expedition 378

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Ein Begleiter auf dem Weg.

Bild: Ursula Röhl, MARUM
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Lindy (links) und Isabella halten Ausschau nach tierischen Meeresbewohnern.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Sonntags wird an Deck gegrillt – jetzt aber ausnahmsweise mal samstags.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mit den Pressen wird das Porenwasser aus den Sedimenten gepresst und anschließend chemisch untersucht.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Route der IODP Expedition 378

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Ein Begleiter auf dem Weg.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Labore und Probenplanen
Nichtsdestotrotz wird in allen Laboren emsig gearbeitet, die Arbeitsabläufe geübt und weitere Testdurchläufe an den Instrumenten durchgeführt. Ohne die unendliche Geduld und umfangreiche und teilweise langjährige Erfahrung der Labortechniker*innen wäre das alles nicht so reibungslos! Die Teilnehmer*innen arbeiten an den Entwürfen der Methodenkapitel für die jeweiligen Arbeitsbereiche, die meisten sind inzwischen abgegeben worden, und Debbie, Laurel und ich sehen sie durch. Gegen Ende der Expedition werden diese nochmal überarbeitet und dabei genau geprüft, ob in allen Details auch so vorgegangen wurde wie jetzt vorgeschlagen.

Eine weitere wichtige Aufgabe in dieser Phase ist, den Plan für die an Bord zu nehmenden und zu analysierenden Proben erneut durchzugehen. Damit soll sichergestellt werden, dass Material entnommen wird um eine erweiterte Bohrkernbeschreibung nach IODP-Standards zu ermöglichen, aber gleichzeitig sowohl Probenhäufigkeit als auch Probenvolumen soweit es geht einzuschränken. Damit soll sichergestellt werden, dass so wenig wie mögliche Material an Bord entnommen wird. Proben für die Untersuchungen in den Heimatlaboren der Teilnehmer*innen werden dann im Sommer im texanischen Kernlager entnommen, dann hat man die an Bord gewonnenen Messdaten weiter ausgewertet und kann gezielt vorgehen.

Darüber hinaus sprechen wir auch mit jedem Teilnehmer*innen über seine/ihre geplanten Forschungsprojekte und den dazu benötigten Probentyp (Porenwasser und/oder Sediment) und die Probenmengen (Häufigkeit und Volumen). Dazu haben wir seit ein paar Tagen jeweils um die Mittagszeit herum Zeitfenster eingeplant - Debbie (Schicht 12:00-24:00h Ortszeit), Laurel (Schicht 6:00 bis 18:00h) und ich (Schicht 00:00 bis 12:00h) sind dann gleichzeitig auf.

Um zu vermeiden, in den vorbeiziehenden Sturm zu geraten, haben wir die Geschwindigkeit verlangsamt, wir werden dennoch wie geplant am 15. Januar, nun aber gegen 12 Uhr Ortszeit an der Bohrlokation ankommen. Inzwischen werden immer mehr Sturmvögel gesichtet.

Ursula Röhl


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html