20. Jan. 2020
Team Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Team Bildung und Öffentlichkeitsarbeit.

Das 30-köpfige Team an Bord der JOIDES RESOLUTION besteht aus Forschenden und Wissenschaftskommunikatoren*innen und deckt über die Dauer der Expedition 378 eine Reichweite an Aufgaben ab, die insgesamt zum Erfolg dieser Expedition beiträgt. Aufgeteilt in sieben Teams, bereiten sich seit dem Aufbruch in den Südpazifik alle fleißig vor, wie in Blog #5 berichtet wurde. Heute werden die einzelnen Teams vorgestellt:

Team Education and Outreach
Team: Lindy Newman, COSI (Center of Science and Industry), Columbus, Ohio, USA, Claire Concannon, Otago Museum, Dunedin, Neuseeland, Yiming Yu, Shanghai Natural History Museum, China

Das Team Öffentlichkeitsarbeit ist unsere Kommunikationszentrale an Bord.  Sie stellen sicher, dass alle spannenden Ereignisse einfach und verständlich an die Öffentlichkeit gelangen. Sie kümmern sich um Soziale Medien wie Facebook, Instagram und Twitter sowie bloggen, um fortlaufend Neuigkeiten von Bord zu kommunizieren. Ziemlich spannend sind unter anderem Live-Videoschalten direkt vom Schiff zu Schulen und Universitäten auf der ganzen Welt. Claire, Lindy und Yiming begleiten uns in unserem täglichen Geschehen: indem sie Artikel schreiben, Videos drehen und Podcasts in Zusammenarbeit mit uns Wissenschaftler*innen herstellen.

Team Sedimentologie/Kernbeschreibung
Team: Ingrid Hendy, University of Michigan, USA, Simon George, Macquarie University, Sydney, Australia, Hojun Lee, Kangwon National University, Südkorea, Erika Tanaka, University of Tokyo, Japan, Kazutaka Yasukawa, University of Tokyo, Japan, Laura Heynes, Department of Marine and Coastal Sciences, Rutgers University, USA, Swaantje Brzelinski, Ruprecht Karls Universität Heidelberg, Deutschland

Bei der Kernbeschreibung wird die Zusammensetzung und das Gefüge (Lithologie) des frisch erbohrten Kernmaterials dokumentiert. Dabei wird eine Kombination verschiedener Methoden angewendet. Die Sedimentkerne werden makroskopisch beschrieben. Dabei werden mit dem Auge erkennbare Parameter wie zum Beispiel Farbe, Strukturen und besondere Bestandteile wie etwa kleine Steinchen/Muscheln etc. erfasst.

Bei der mikroskopischen Bestimmung bedarf es, wie der Name schon verrät, eines Mikroskops. Trägt man eine kleine Menge des Sediments auf einen Glasträger auf, lassen sich hochauflösend Fossilbestand, Mineralinventar und -gehalt und weitere kleine Bestandteile im Sediment erkennen. Außerdem werden von der Archivkernhälfte mit einem speziellen Scanner Bilder aufgenommen und mit einem weiteren die magnetische Sensitivität sowie die Reflektion des sichtbaren Lichts (Farbspektren) gemessen. Außerdem wird an ausgewählten Proben per Röntgen-Diffraktometrie der Mineralbestand ermittelt.

Team Sedimentologie/Kernbeschreibung

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Physikalische Eigenschaften

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Paläomagnetismus

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Mikropaläontologie/Biostratigraphie

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Stratigraphische Korrelation

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Anorganische/Organische Geochemie

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM
1 / 6

Team Sedimentologie/Kernbeschreibung

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Physikalische Eigenschaften

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Paläomagnetismus

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Mikropaläontologie/Biostratigraphie

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Stratigraphische Korrelation

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Anorganische/Organische Geochemie

Bild: Swaantje Brzelinski / MARUM

Team Physikalische Eigenschaften
Team: Gabby Kitch, Northwestern University, USA, Alex Reis, University of Kentucky, USA, Elizabeth Sibert, Harvard University, USA, Heather Jones, Pennsylvania State University, USA

Das Team um Gabby, Alex, Elizabeth und Heather ist mit einer Vielzahl von zerstörungsfreien Messungen beschäftigt, die für die Charakterisierung von physikalischen Parametern des Sediments sehr wichtig sind. Magnetische Eigenschaften, Dichte und Porosität, Röntgenbilder, Ausbreitungsgeschwindigkeiten von Schallwellen und thermische Leitfähigkeit des Sediments. Diese Daten werden später zusammen mit den Ergebnissen der Kernbeschreibung Aufschluss über die Sedimentzusammensetzung und das Sedimentgefüge geben.

Team Paläomagnetismus
Team: Yang Zhang, Purdue University, USA, Wei Yuan, School of Ocean and Earth Science, Tongji University China

Die Wissenschaftler*innen im Paläomagnetik-Labor analysieren die magnetischen Eigenschaften der Bohrkerne mit einem Magnetometer. Diese Daten geben unter anderem Auskunft über das Erdmagnetfeld zum Zeitpunkt der Ablagerung der Sedimente. In der Erdgeschichte hat sich das Erdmagnetfeld mehrfach geändert – und die Zuordnung zum einem bekannten Wechselmuster ergibt eine zeitliche Einordnung, das nennt man deswegen auch Magnetostratigraphie. Die Lagen der Ozean- und Kontinental-Platten haben sich im Lauf der Erdgeschichte verändert, anhand von paläomagnetischen Daten kann man diese Plattenbewegungen nachzeichnen.

Team Mikropaläontologie/Biostratigraphie
Team: Isabella Raffi, Universitá "G. d’Annunzio" di Chieti-Pescara, Italien, Rosie Sheward, Goethe Universität Frankfurt, Deutschland, Sonal Khanolkar, Indian Institute of Technology Kanpur, Indien, Bruna Borba Dias, Universidade Federal Fluminense Brazil, Flavia Boscolo Galazzo, Cardiff University, UK, Qiang Zhang, South China Sea Institute of Oceanology, Chinese Academy of Sciences (CAS), China, Christopher Hollis, GNS Science New Zealand

Im Mikropaläontologie-Labor werden Mikrofossilien untersucht, genauer gesagt arbeiten hier Expert*innen, die sich mit Radiolarien, kalkigem Nannoplankton, sowie benthischen und planktischen Foraminiferen auskennen. Sie suchen im Sediment nach bestimmten Arten dieser Fossilien, sogenannte biostratigraphische Marker oder Indexfossilien, die ideal geeignet sind, um biostratigraphische Horizonte festzulegen. Dabei handelt es sich um feste Zeitintervalle, in denen bestimmte Indexfossilien gelebt haben, genauer gesagt der Zeitraum ihres ersten Auftretens und der Zeitpunkt ihres Aussterbens. Die Identifikation dieser Biohorizonte dient der zeitlichen Datierung der Sedimentkerne (Biostratigraphie).

Team Stratigraphische Korrelation
Team: Roy Wilkens, Hawaii Institute of Geophysics and Planetology, USA

Dieser Experte muss den Umgang mit umfangreichen Datenmengen gewohnt sein und bearbeitet die Daten und Bilder, die in relativ guter Auflösung durch zerstörungsfreie Messungen relativ zügig gewonnen werden. Im Einzelnen werden dann Horizonte zwischen Parallelbohrungen korreliert und eine komplette Abfolge aus den besten Kernen benachbarter Bohrungen zusammengebastelt. Dieser sogenannte Splice wird uns als „Schnittmuster“ für die spätere Beprobung für unsere Forschungsprojekte in den Heimatlaboren dienen.

Team Anorganische/Organische Geochemie
Team: Ann Dunlea, Woods Hole Oceanographic Institution, USA, Blanca Ausin, University of Salamanca, Spanien, Eleni Anagnostou, Geomar Kiel, Deutschland

Das Geochemie-Team analysiert als allererstes den Gasgehalt im Sediment. Sie sind deshalb die ersten, die das frisch erbohrte Sediment beproben dürfen, da sie den Methangasgehalt ermitteln. Diese Analyse ist wichtig, da somit verhindert wird, dass wohlmöglich in Methangas-haltige Sedimentschichten gebohrt würde, die sich möglicherweise entzünden könnten.

Die Geochemiker entnehmen dem Bohrkern dann eine Sedimentscheibe, die sie schnell ins Labor bringen und quasi ausquetschen. Sie erhalten so eine sogenannte Porenwasserprobe, die sie umgehend für verschiedene Parameter analysieren (wie z.B. pH-Gehalt), die sich sonst schnell zersetzen würden.. Daneben werden auch Probenteile für aufwändige Analysen in Heimatlaboren abgefüllt und gekühlt gelagert. All diese Analysen geben Aufschluss über Umweltbedingungen zum Zeitpunkt der Ablagerung des Sediments.

Swa­ant­je Brzel­in­ski, Dok­to­ran­din am In­sti­tut für Geo­wis­sen­schaf­ten der Uni­ver­si­tät Hei­del­berg

16.1.2020


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html