21. Jan. 2020
Kernbeschreibung (Simon, Australien, und Swaatje, Deutschland).

Kernbeschreibung (Simon, Australien, und Swaatje, Deutschland).

Die Wissenschaftler*innen an Bord untersuchen das Kernmaterial ganz genau durch eine ganze Serie von Messungen. Unterstützt werden wir dabei durch die Techniker an Bord, die uns während des Transits bei den Tests und Übungsdurchgängen an den Instrumenten zur Seite gestanden und bei Problemen weiterhin immer ansprechbar sind. Ich hatte ja schon im Eintrag vom 16. Januar kurz erwähnt, dass zunächst die intakten Bohrkernsegmente gemessen werden.

Sobald diese Analysen fertig sind, werden die Kernabschnitte der Länge nach aufgeschnitten oder gesägt, je nachdem wie hart bzw. weich das Sediment ist (Fotos 2,3,4,). Eine Hälfte wird als Arbeitshälfte, die andere als Archivhälfte definiert. Damit immer dieselbe Hälfte innerhalb eines Bohrkerns zur Arbeitshälfte wird – aus dieser dürfen Proben genommen werden – wurde das Plastikrohr, in dem die Kerne beim Bohrvorgang aufgenommen werden, auf einer Seite mit einer Doppellinie und auf der gegenüberliegenden Seite mit einer einfachen Linie markiert. Die Archivhälfte bleibt erstmal intakt, das heißt es werden keine Proben entnommen. Aber es werden eine ganze Reihe von weiteren Untersuchungen von den verschiedenen Laborteams (siehe vorheriger Eintrag von Swaantje) gemacht. Die Fotos zeigen zum Beispiel, wie das Team Physikalische Eigenschaften der Nachtschicht die Schallwellengeschwindigkeiten durch eine Bohrkernhälfte ermittelt.

Zerstörungsfreie Messungen bevor der Bohrkern aufgeschnitten wird.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mackenzie öffnet ein Bohrkernsegment.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mark trennt die beiden Hälften eines Bohrkernsegmentes.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Elizabeth und Heather messen die Schallwellengeschwindigkeiten durch eine Bohrkernhälfte.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Swaantje, Hojun und Kazutaka vom Kernbeschreibungsteam in der Nachtschicht.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Kazutaka schaut auf Glasträger aufgetragenes Sediment ("smear slides") unter dem Mikroskop an und findet Minerale und Schalen von Mikrofossilien.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Wendy im Paläomagnetik-Labor.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Zitronenfisch-Dekoration in der Galley.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Wie man sieht, es schmeckt!

Bild: Ursula Röhl, MARUM
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Zerstörungsfreie Messungen bevor der Bohrkern aufgeschnitten wird.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mackenzie öffnet ein Bohrkernsegment.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Mark trennt die beiden Hälften eines Bohrkernsegmentes.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Elizabeth und Heather messen die Schallwellengeschwindigkeiten durch eine Bohrkernhälfte.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Swaantje, Hojun und Kazutaka vom Kernbeschreibungsteam in der Nachtschicht.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Kazutaka schaut auf Glasträger aufgetragenes Sediment ("smear slides") unter dem Mikroskop an und findet Minerale und Schalen von Mikrofossilien.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Wendy im Paläomagnetik-Labor.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Zitronenfisch-Dekoration in der Galley.

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Wie man sieht, es schmeckt!

Bild: Ursula Röhl, MARUM

Um das visuelle Beschreiben der Kerne zu erleichtern und um ein Bild der Sedimentoberflächen aufzunehmen, werden die Oberflächen der Archivhälften vorsichtig gereinigt und geglättet. Dann sind sie gut vorbereitet, um hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Korngröße, Farbe und anderen Merkmalen beschrieben zu werden. Unter dem Mikroskop werden kleine Proben von ausgewählten Stellen angeschaut und einzelne Komponenten (zum Beispiel Minerale, Schalen von Mikrofossilien) im Detail bestimmt und die Häufigkeiten beziehungsweise Mengen erfasst. An automatisierten Messbänken nehmen die Sedimentolog*innen dann ein Bild auf, messen die Farbwerte und Wendy und Wei als Paläomagnetiker*in magnetische Parameter.

Jetzt ist aber erstmal Lunch (5 Uhr morgens) für die Nachtschicht angesagt, wir eilen zwei Decks nach unten in die Messe, die sogenannte Galley. Wegen des Wochenendes erwarten uns nicht nur tolle Gerichte (Angebot reicht von Frühstück bis Abendbrot, irgendwer ist immer gerade erst aufgestanden oder hat alternativ die Schicht beendet), sondern auch aufwändig geschnitzte Dekorationen aus Gemüse und Obst. Mehr wie es in den Laboren weitergeht dann später.

Ursula Röhl

19.1.2020


Die Logbuch-Einträge der IODP Expedition 378 finden Sie ebenfalls unter: https://www.marum.de/Entdecken/Logbuch-IODP-Exp-378.html