27. Jan. 2020
Der Ausblick von Bord der Maria S. Merian.

Der Ausblick von Bord der Maria S. Merian.

Ein Beitrag von Claudia Acquistapace von Bord der Maria S. Merian

In den letzten Tagen habe ich gelernt, was Seekrankheit wirklich ist. Und auch, dass sie vorüber geht. Ich meine, na gut, ich brauche immer noch kleine Pausen, während ich das hier schreibe, in denen ich mich hinlegen muss und einfach nur an die Decke schaue. Das sind die Momente, in denen man wirklich die Masse des Schiffs wahrnimmt, die Stärke des Ozeans und natürlich auch, wie klein wir eigentlich sind. Manchmal wird man ganz schon umhergeschleudert, besser als auf einer Achterbahn.

Bevor ich an Bord des Forschungsschiffs kam, fürchtete ich mich ein wenig davor, auf einem kleinen Schiff zu sein, so weit entfernt von allem und umgeben von so viel Wasser. Deswegen habe ich an meinem ersten Tag hier auch nicht oft hinausgeschaut. Aber gestern habe ich mich auf eine Bank an Deck gesetzt, die zur Ozeanseite ausgerichtet ist. Ich sah die Wellen kommen, Wellen, die mir ziemlich hoch vorkamen. Sie klatschten gegen das Schiff und ich habe schon befürchtet, sie überschwemmen das Deck, aber das ist zum Glück (noch) nicht passiert.

Abgesehen von den massiven Wellen ist der Ozean eigentlich sehr friedlich. Man kann an Deck sitzen und den Bewegungen dieser enormen Wassermasse zuschauen und auch das intensive Blau des Wassers hat einen entspannenden Effekt. Die tiefe des Meeres, die wir hier gemessen haben, liegt fast bei 4000 Metern. 4000 Meter! Das ist fast so tief, als hätte man den Mont Blanc unter Wasser gesteckt - verrückt, wenn man darüber nachdenkt, oder?


Die Logbuch-Einträge der EUREC4A-Studie finden Sie ebenfalls unter: https://www.oceanblogs.org/msm89/2020/01/21/challenging-these-first-three-days/