28. Jan. 2020
Die Ballons "Augsburg" und "Tiny 1".

Die Ballons "Augsburg" und "Tiny 1".

Ein Beitrag von Eberhard Bodenschatz

Am 19. Januar haben wir einen Testflug mit Tiny 1 (T1, das 250 m3 Helikite), und dem sphärischen 180 m3 Schwimm-Ballon "Augsburg" gemacht. Das lief okay. Der sieben Meter lange angebundene spährische Ballon ist nicht so geflogen, wie wir es uns vorgestellt haben. Zwar haben wir ihn aufgrund seiner Ausdehnung auf 2 km nur zu 70 % aufgefüllt, trotzdem hat die Sphäre eine dynamische Einkerbung gebildet, etwa wie der Todesstern von Star Wars. Das gab dem Ballon dann die Form eines Flügels, er sprang viel herum und seine Bewegungen waren unberechenbar. Somit hat er auch T1 ein wenig mitgezogen. T1 hatte ebenfalls ein Problem - aufgrund eines auseinandergezogenen Verbindungsbands wurde der Ballon entlang des Kiels zusammengezogen und der Holm spaltete den hinteren Halter auf und ragte dann 4 Meter heraus. Sogar in diesem Stadium flog T1 kontrolliert und ohne Probleme und wir haben ein paar Manöver ausprobiert: Das Schiff fuhr in einem Kreis, um zu sehen, ob das Seil T1 befreit, das klappte wie erwartet. Außerdem haben wir den A-Träger nach unten bewegt, um Platz für die Montage des MiniMPCK-Instruments zu schaffen. Das hat wie ein Zauber funktioniert.

Die beiden Ballons beim ersten Testflug.

Bild: Markus Ritschel
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Die beiden Ballons beim ersten Testflug.

Bild: Markus Ritschel

Dann kam der schwierige Part, nämlich beide Ballons zu landen, aber das ist der Besatzung gut gelungen. Wie haben "Augsburg" dann entleert und eingelagert. Heute haben wir etwas T1-Gas ausgestoßen, es zur Seite geneigt, (der Querschnitt ist elliptisch) und wir konnten es durch die Ein-Strahl-Öffnung schieben. Dann haben wir den T1 ca. 7 Meter an Deck gezogen, um den Holm montieren und den Kielrücken reparieren zu können. Das ist nun erfolgreich abgeschlossen und der Ballon kann wieder durch den A-Träger bewegt werden. Sobald dies geschehen ist, planen wir, die große Box zu installieren, um die Cloud-Mikrophysik einschließlich der PIV- und Holographie-Systeme zu messen. Heute hatten wir tiefe Wolken - fast eine Decke - und einige regneten stark. Ideale Bedingungen. Wir werden morgen sehen, wie es läuft. Also bereiten wir jetzt die große Kiste und auch die Fernladekabel vor. Mit etwas Glück fliegen wir morgen.


Die Logbuch-Einträge der EUREC4A-Studie finden Sie ebenfalls unter: https://www.oceanblogs.org/msm89/2020/01/24/the-max-planck-cloudkite-first-flight/