18. Feb. 2020
Ruben und Jochen installieren das Messgerät.

Ruben und Jochen installieren das Messgerät.

Ein Beitrag von Jochen Horstmann, Ruben Carrasco-Alvarez (beide Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Institut für Küstenforschung) und Klaus Reus (GEOMAR).

Es dreht sich und dreht sich und dreht sich: 24/7 rotiert unser Doppler-Radar nun auf der MARIA S. MERIAN und sammelt Daten. Dabei misst es die Rauigkeit der Meeresoberfläche, aus der Parameter wie Seegang, Strömung und Wind bestimmte werden können. Unser Radar ist ein modifiziertes Navigationsradar (auch marines X-Band-Radar genannt). Herkömmliche nautische Radare zur Navigation messen klassischerweise alles in einem Abstand von ca. 30 Kilometern. Wir aus der Abteilung Radarhydrographie des Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben das Gerät so umgebaut, dass es zusätzlich zur Intensität auch die Geschwindigkeit der rückstreuenden Wellen an der Meeresoberfläche messen kann. Die Intensität und Geschwindigkeit der Rückstreuer wird mit einer Auflösung von 7,5 Metern im Umkreis von 3,2 Kilometern um das Schiff herum kontinuierlich gemessen. 

Das Doppelradar auf der Maria S. Merian.

Bild: Jochen Horstmann

Klaus hat die Radardaten an Bord voll im Blick.

Bild: Jochen Horstmann
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Das Doppelradar auf der Maria S. Merian.

Bild: Jochen Horstmann

Klaus hat die Radardaten an Bord voll im Blick.

Bild: Jochen Horstmann

Von dem Moment des Ablegens an hat das Radar nun jede Sekunde 870.000 Punkte um das Schiff herum vermessen. Das führt zu insgesamt 280 GB an Radardaten pro Tag, die helfen sollen, die Wechselwirkungen an der Meeresoberfläche besser zu quantifizieren. Dabei geht es in erster Linie um die Parametrisierung des Energie- und den CO2-Austausch zwischen Ozean und Atmosphäre unter Berücksichtigung von Wind, Wellen und insbesondere der Wellenbrechung. Im Rahmen des Projekts EUREC4A-OA werden wir die Daten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des GEOMAR und des MPI für Meteorologie auswerten.

Im Januar waren wir auf Barbados, um das Radar auf dem Forschungsschiff zu installieren. An Bord betreut Klaus Reus vom GEOMAR nun das Radar und sorgt dafür, dass auch alle Daten sicher eingefahren werden.


Die Logbuch-Einträge der EUREC4A-Studie finden Sie ebenfalls unter: https://www.oceanblogs.org/msm89/2020/02/17/die-meeresoberflache-im-fokus/