25. Apr. 2019
Mohsen Makki findet seinen Untersuchungsgegenstand auf der ganzen Welt. Hier ist es der Boden in Tadschikistan.

Mohsen Makki findet seinen Untersuchungsgegenstand auf der ganzen Welt. Hier ist es der Boden in Tadschikistan.

PD Dr. Mohsen Makki arbeitet in der Klimageographie der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Forschungsgegenstand liegt ihm zu Füßen: Boden. Daneben kümmert er sich um die Wünsche und Fragen von Studierenden und um das steinerne Vermächtnis Alexander von Humboldts und Albrecht Pencks.

Was ist der Gegenstand Ihrer Forschung?
Vor allem befasse ich mich mit der Bodenkunde, genauer mit der Stadtbodenkunde. Außerdem interessieren mich geoökologische Probleme schnell wachsender Städte und dort forsche ich insbesondere an Lösungen für diese Probleme. In der Geoarchäologie (Mittelasien, Italien und Iran) habe ich verschiedene Einsatzbereiche, jüngst hatte ich in Sorrent (Italien) ein interdisziplinäres Projekt mit den Klassischen Archäologen der Humboldt Universität zu Berlin, in dem es zum einen um antike Gartenböden und zum anderen um die Geologie unter der zu erforschenden Villa di Pollio Felice ging. Auch die Küstenformen und die Prozesse, die zur Formung der Küste führen, sind ein Schwerpunkt meiner Arbeit.

Warum haben Sie diesen Fokus gewählt?
Ich möchte versuchen, die wichtigsten Fragestellungen aus der Sicht meines Fachbereichs zu erklären, zum Beispiel, wenn es um die nachhaltige Nutzung von Boden geht. Denn diese wichtige Ressource der menschlichen Geschichte mit ihrer besonderen Bedeutung für Ökosysteme muss unbedingt erhalten bleiben.
Bei der Geoarchäologie fasziniert mich am meisten der Aspekt der Geographie der Vergangenheit und was man heute noch davon sehen und in der Landschaft "lesen" kann. Die hier geforderte interdisziplinäre Zusammenarbeit hat ebenfalls ihren ganz eigenen Reiz für mich.

Erklärung der Bodenhorizonte einer podsoligen Braunerde.

Erklärung der Bodenhorizonte einer podsoligen Braunerde.

Bild: Jan Lentschke
Spuren eines Schützengrabens der zwei Weltkriege in Berlin.

Spuren eines Schützengrabens der zwei Weltkriege in Berlin.

Bild: Stephan Meier
Bodenansprache in einem Bohrstock in Island.

Bodenansprache in einem Bohrstock in Island.

Bild: Jan Lentschke
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Erklärung der Bodenhorizonte einer podsoligen Braunerde.

Bild: Jan Lentschke

Spuren eines Schützengrabens der zwei Weltkriege in Berlin.

Bild: Stephan Meier

Bodenansprache in einem Bohrstock in Island.

Bild: Jan Lentschke

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Im Semester bestehen meine Arbeitstage hauptsächlich aus Vorlesungen und Seminaren sowie der Betreuung der Studierenden bei ihrer Abschlussarbeit, bei anderen Fragen oder bei dem Wunsch, ins Ausland gehen zu wollen. Wenn diese nämlich ein Auslandssemester absolvieren wollen, helfe ich ihnen als Erasmuskoordinator der Geographie dabei, ihren Traum umsetzen zu können.
In der vorlesungsfreien Zeit führe ich die vorher geplanten Exkursionen mit den Studenten durch oder ich reise für verschiedene Forschungsaufenthalte um die Welt. Nebenbei kümmere ich mich um die schöne Gesteinssammlung der Humboldt Universität zu Berlin, die 1906 durch Albrecht Penck gegründet wurde.

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?
Mich fasziniert vor allem die unterschiedliche Sichtweise der Menschen auf meine Forschungsschwerpunkte. Welche Rolle spielt Boden beispielsweise im Bewusstsein der Menschen und welche Interaktion zwischen Boden und Mensch gibt es. Weiterhin faszinieren mich die geomorphologischen Prozesse der Küstenbereiche und hier besonders, welchen Einfluss die Geomorphologie auf die Entwicklung der Städte und Siedlungen sowohl prähistorisch als auch rezent hat.

In welche Richtung würden Sie Ihre Forschung zukünftig gerne vertiefen?
Ich hätte vor allem Interesse daran, verschiedene Aspekte herauszuarbeiten, die für die zukünftigen Generationen von Bedeutung sind und möchte hier versuchen, Werkzeuge zu entwickeln, mit denen junge Studierende neue Forschungsfelder finden können. Zusätzlich würde ich meine Forschungsthemen gerne gesellschaftlich ansprechbarer machen, das heißt, sie mehr in die breite Öffentlichkeit tragen.