11. Jun. 2018
Dr. Philipp Brandl an Bord der Joides Resolution beim Beschreiben von erbohrten Gesteinen vom Meeresboden.

Dr. Philipp Brandl an Bord der Joides Resolution beim Beschreiben von erbohrten Gesteinen vom Meeresboden.

Dr. Philipp Brandl hat Geologie und Paläontologie studiert und arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Die Erforschung magmatischer und hydrothermaler Prozesse des Ozeanbodens treibt ihn regelmäßig auf Hohe See.

Was ist der Gegenstand Ihrer Forschung?
Meine Forschung befasst sich im Allgemeinen mit der geologischen Erkundung des Meeresbodens und im Speziellen mit der Erforschung magmatischer Systeme. Meine Arbeit verknüpft dabei Ozeanographie mit Vulkanologie, Petrologie, Geochemie, Lagerstättenkunde und Strukturgeologie. Diese grundlegende Erkundung der Geologie des Meeresbodens und die Erkenntnisse über die Prozesse wie unser Planet funktioniert bilden die fachliche Grundlage für eine Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen.

Warum haben Sie diesen Fokus gewählt?
Vulkanismus faszinierte mich bereits von Kindesbeinen an. Zu Beginn meiner Doktorarbeit ergab sich dann die Chance im Bereich Vulkanismus in den Ozeanen zu arbeiten. Ich bin in diesem Fachgebiet geblieben und habe meine Entscheidung bis heute nicht bereut. Die eingesetzte Technik wie z.B. Forschungsschiffe und Tauchroboter ist ebenso beeindruckend wie die unbekannten Tiefen, in die wir bei unseren Expeditionen vorstoßen.

Philipp Brandls letzte Ausfahrt führt ihn mit der Joides Resolution in neuseeländische Gewässer.

Philipp Brandls letzte Ausfahrt führt ihn mit der Joides Resolution in neuseeländische Gewässer.

Bild: Philipp Brandl
Aus dem Bauch des Schiffes heraus starten die Bohrwerkzeuge Richtung Meeresgrund.

Aus dem Bauch des Schiffes heraus starten die Bohrwerkzeuge Richtung Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl
Bild eines Bohrkopfs am Meeresgrund.

Bild eines Bohrkopfs am Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl
Nicht zuletzt solche Ausblicke begeistern Philipp Brandl an seiner Arbeit.

Nicht zuletzt solche Ausblicke begeistern Philipp Brandl an seiner Arbeit.

Bild: Philipp Brandl
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Philipp Brandls letzte Ausfahrt führt ihn mit der Joides Resolution in neuseeländische Gewässer.

Bild: Philipp Brandl

Aus dem Bauch des Schiffes heraus starten die Bohrwerkzeuge Richtung Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl

Bild eines Bohrkopfs am Meeresgrund.

Bild: Philipp Brandl

Nicht zuletzt solche Ausblicke begeistern Philipp Brandl an seiner Arbeit.

Bild: Philipp Brandl

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Die meiste Zeit verbringe ich ganz klar am Computer in meinem Büro. Literaturrecherche, Datenanalyse, digitale Kartierung und das Verfassen von wissenschaftlichen Abhandlungen und Forschungsanträgen nehmen viel Zeit in Anspruch. Abwechslung gibt es natürlich in erster Linie durch Forschungsausfahrten aber auch durch Arbeiten in unseren Labors.

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?
Da nur circa zehn Prozent des Meeresbodens kartiert sind, ist es immer ein unvergessliches Erlebnis zur See zu fahren und das Gefühl zu haben, etwas Neues, Unbekanntes zu entdecken und so gleichzeitig zur Vermessung der Welt beizutragen. Vulkane üben nach wie vor eine ungebrochene Faszination auf mich aus und das Gefühl das man hat, wenn man mit einem Tauchroboter in mehreren tausend Metern Wassertiefe einen Vulkan mitsamt schwarzen Rauchern und endemischem Ökosystem erforscht, bleibt unvergesslich.

In welche Richtung würden Sie Ihre Forschung zukünftig gerne vertiefen?
Gerne würde ich die Transdisziplinarität meiner Forschung im Rahmen einer eigenen Arbeitsgruppe verwirklichen, die als Schmelztiegel für die Expertise der einzelnen Fachrichtungen dient. Auch das sogenannte "Machine Learning" könnte uns helfen, die großen Datenmengen aus der Ozeanographie schneller zu verarbeiten und zu vereinheitlichen sowie zentral und öffentlich zugänglich zu machen. Zudem müssten unsere Anstrengungen, den Meeresboden wirklich flächendeckend zu kartieren, verstärkt werden.