22. Mai. 2018
Mojib Latif Geomar

Prof. Dr. Mojib Latif vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR).

Prof. Dr. Mojib Latif studierte Meteorologie und habilitierte in Ozeanographie. Seit 2003 ist er Professor am heutigen Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und Leiter der Forschungseinheit Maritime Meteorologie.

Was ist der Gegenstand Ihrer Forschung?
Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der Ursache natürlicher Klimaschwankungen und mit den Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels.

Warum haben Sie diesen Fokus gewählt?
Das Klima der Erde schwankt von Haus aus. Es ist diese natürliche Klimavariabilität, die den anthropogenen Klimawandel überlagert und die Erkennung anthropogener Klimasignale gerade auf der regionalen Skala erschwert.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Es handelt sich um eine Mischung. Ich sitze viel vor dem Computer und beantworte Emails, schreibe wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Texte oder schaue mir wissenschaftliche Ergebnisse an. Letzteres meistens zusammen mit Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich die Ergebnisse diskutiere. Dann kommen häufig Interviews für die verschiedenen Medien hinzu. Im Semester halte ich darüber hinaus Vorlesungen und nehme Prüfungen ab.

Was fasziniert Sie am meisten an Ihrer Arbeit?
Die Vielfalt. Kein Tag ist wie der andere. Aber am meisten fasziniert mich die wissenschaftliche Arbeit. Der Natur ihre Geheimnisse entlocken zu dürfen, ist ein Privileg. Mein Beruf ist zugleich mein Hobby.

In welche Richtung würden Sie Ihre Forschung zukünftig gerne vertiefen?
Von der reinen Klimaforschung in Richtung einer Erdsystemforschung. Diese würde neben den physikalischen die chemische, biologische und geologische Forschung mit einbeziehen. Und natürlich die Sozialwissenschaften. Eine solche Forschung würde die Entwicklung optimaler Handlungsstrategien ermöglichen, die die Wirtschaftskraft erhalten ohne die Natur zu zerstören und zugleich gesellschaftliche Stabilität garantieren.