01. Okt. 2018
Blick in den Kontrollraum des nationalen Frühwarnzentrums am BMKG in Jakarta.

Blick in den Kontrollraum des nationalen Frühwarnzentrums am BMKG in Jakarta.

Auf der indonesischen Halbinsel Sulawesi hat es am 28. September ein schweres Erdbeben der Magnitude 7,5 in nur zehn Kilometern Tiefe gegeben. Das Beben löste einen lokalen Tsunami aus, obwohl die Lage des Epizentrums, die Bebenstärke und der Bebenherd untypisch für die Auslösung eines solchen Tsunamis sind.

Das indonesische Tsunami-Frühwarnsystem, das nach dem verheerenden Tsunami an Weihnachten 2004 von einem internationalen Konsortium unter Federführung des Deutschen GeoForschungsZentrums GFZ mit aufgebaut wurde, hat 5 Minuten nach dem Erdbeben vom 28. September eine Warnung vor einem Tsunami mit Höhen zwischen 0,5 und 3 Metern ausgegeben.

Diese Warnmeldung wurde über die üblichen Kommunikationswege in der gefährdeten Region verteilt, also an die staatliche Disastermanagementbehörde BNPB, die lokalen Behörden, TV und Radio gegeben.

Nach derzeitigen Kenntnisstand wurde diese Warnung rund eine halbe Stunde später von den Mitarbeitern des Warnzentrums aufgehoben. Zwischen dem Erdbeben und der Warnung vor einem Tsunami sind 5 Minuten verstrichen, zwischen der Warnung vor der Welle und dem tatsächlichen Eintreffen der Welle lagen nach Aussagen des staatlichen geologischen und meteorologischen Dienstes BMKG rund 20 Minuten.

Ob und in welcher Weise die Warnung aus Jakarta in Palu angekommen ist, ist derzeit noch unklar. Aus Sicht des GFZ hat das Frühwarnsystem technisch funktioniert. Etwaige Lücken in der Übermittlung der Warnung sind noch zu klären.


Quelle: Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam