06. Jun. 2019
Eine der möglichen Formationen für die Erdgas-Gewinnung: Kohleflöze (hier geringmächtig, zwischen Sandstein).

Eine der möglichen Formationen für die Erdgas-Gewinnung: Kohleflöze (hier geringmächtig, zwischen Sandstein).

Die unabhängige Expertenkommission Fracking hat ihren ersten Berichtsentwurf veröffentlicht. Die Kommission hatte am 16. Mai 2019 mit einer konstituierenden Sitzung in Berlin ihre Arbeit aufgenommen. Sie berät den deutschen Bundestag wissenschaftlich zum Stand der Technik zum sog. unkonventionellen Fracking, bei dem Schiefer-, Ton-, Mergel- oder Kohleflözgestein zur Förderung von Gas oder Öl aufgebrochen wird.

Im Wasserhaushaltsgesetz, Paragraph 13a ist das generelle Verbot von unkonventionellem Fracking in Deutschland festgeschrieben. Möglich sind lediglich bis zu vier Erprobungsmaßnahmen zu ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken, um bestehende Kenntnislücken zu schließen. Da es bislang keine Erfahrung und Erprobungsmaßnahmen in Deutschland gibt, besteht die wesentliche Aufgabe der Kommission zunächst darin, den Stand der Technik im internationalen Umfeld zusammenzufassen.

"Wasser und die Benutzung von Gewässern sind für das Überleben und im Alltag des Menschen unersetzlich. Gleichzeitig wird für den Erhalt von Lebensraum, Mobilität und ökonomischem Handeln der Untergrund bewirtschaftet, z.B. zur Gewinnung von Rohstoffen und Energie oder der Führung von Versorgungsleitungen oder Verkehrswegen", erläutert die Expertenkommission in ihrem Berichtsentwurf.

Diese potentiellen Maßnahmen wird die im Mai diesen Jahres konstituierte Expertenkommission (ExpKom) wissenschaftlich begleiten: "Die ExpKom (...) wird überprüfen, ob die beantragten Erprobungsmaßnahmen geeignet sind, um die wissenschaftliche Untersuchung des Frackings in unkonventionellen Erdgas- oder Erdöllagerstätten voranzubringen und ggf. Begleitmaßnahmen vorschlagen. "Als unkonventionell werden diese Lagerstätten bezeichnet, da das Erdgas/Erdöl nicht in porösen, sondern in sehr feinkörnigen, dichten Gesteinen wie Schiefer, Ton und Mergel oder aber auch in Kohleflözen eingeschlossen ist.", erläutert die Kommission weiter. Derzeit liegen der Kommission laut Berichtsentwurf jedoch keine Anträge auf Erprobungsmaßnahmen vor.

Der Berichtsentwurf ist im Internet veröffentlicht. Für die Öffentlichkeit besteht die Möglichkeit der Stellungnahme bevor der Bericht am 30. Juni 2019 an den Deutschen Bundestag übermittelt wird.
Mehr Informationen zur Arbeit der Expertenkommission Fracking: https://expkom-fracking-whg.de/

 Weitere Informationen:

 


Mit Material der Expertenkommission Fracking