12. Dez. 2018

Illustration der Zwillings-Satelliten zur Erdbeobachtung: GRACE-FO.

Die Entwicklung neuartiger Methoden und Modellierungsansätze, mit deren Hilfe sich Daten, die bei Satellitenmissionen gewonnen werden, noch präziser auswerten lassen, stehen im Zentrum der Untersuchungen der Forschungsgruppe "New Refined Observations of Climate Change from Spaceborne Gravity Missions" (NEROGRAV).

Die Forschungsgruppe ist eine von zehn Verbünden, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) neu einrichtet. Sprecher der neuen Forschungsgruppe ist Prof. Dr. Frank Flechtner, der an der TU Berlin eine S-Professur für Physikalische Geodäsie am Institut für Geodäsie und Geoinformationstechnik innehat und am Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) die Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld leitet.

Schwerpunkt der Arbeit von Prof. Dr. Frank Flechtner sind die Satellitenmissionen GRACE (Gravity Recovery and Climate Experiment) und GRACE-Follow On. Die beiden Missionen mit je zwei Satelliten liefern Daten, die das Schwerefeld der Erde samt seiner zeitlichen Variationen beschreiben. Das GRACE-Duo umkreiste die Erde von 2002 bis 2017 (dreimal so lange wie ursprünglich geplant) und GRACE-FO ist am 22. Mai 2018 erfolgreich ins All gestartet.

Flechtner Frank Forschungsgruppe

Prof. Dr. Frank Flechtner lehrt Physikalische Geodäsie und leitet eine neue DFG-Forschungsgruppe.

Bild: TU Berlin/PR/Jacek Ruta
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Prof. Dr. Frank Flechtner lehrt Physikalische Geodäsie und leitet eine neue DFG-Forschungsgruppe.

Bild: TU Berlin/PR/Jacek Ruta

Die Schwerefelddaten tragen zu einem tieferen Verständnis von Massenverteilung und -transport im System Erde bei. Das ist wichtig, um zentrale Fragen in den Forschungsbereichen der Hydrologie, Ozeanografie, Glaziologie, Geologie und Klimatologie zu analysieren. "Eine solche zentrale Frage ist, wie der globale Wasserkreislauf sich zeitlich verändert, um zentrale Aussagen zum globalen Wandel wie dem Eisrückgang in den Polarregionen, zum Ansteigen des Meeresspiegels oder sinkenden Grundwasserspiegeln zu machen", sagt Frank Flechtner.

NEROGRAV wird zunächst über drei Jahre laufen. Das Gesamtbudget für die sechs Einzelprojekte beträgt circa 1,6 Millionen Euro. Neben Prof. Dr. Frank Flechtner von der TU Berlin sind weitere Projektpartner Prof. Dr. Maik Thomas (FU Berlin), Dr. Denise Dettmering (Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut, Technische Universität München), Dr. Henryk Dobslaw und Dr. Rolf König (GFZ Potsdam), Dr. Petra Friedrichs, Prof. Dr. Jürgen Kusche, Prof. Dr. Andreas Hense und Prof. Dr. Michael Schindelegger (Universität Bonn) sowie Prof. Dr. Roland Pail (Technische Universität München).


Quelle: Technische Universität Berlin