Kurzname: Gesundheitszustand mariner Ökosysteme
Projekt: Identifizierung von cDNAs/Genen, die an der Immunantwort aquatischer Invertebraten beteiligt sind, für das Biomonitoring und Bioprospecting (Immunophilin-Inhibitoren) | Isolierung von Schwamm/Bivalvia-assoziierten Pilzen zur Untersuchung der Immunantwort aquatischer Invertebraten und zur Suche nach neuen Immunophilin-Inhibitoren | Entwicklung von Testsystemen zur Bestimmung des Gesundheitszustandes mariner Invertebraten und zum Auffinden von Immunophilin-Inhibitoren
Laufzeit: 01.08.2006 bis 31.07.2009
Koordination:

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Universität Mainz, Institut für Physiologische Chemie und Pathobiochemie (Angewandte Molekularbiologie)
Duesbergweg 6
55128 Mainz

Projektpartner:
Programm: Programm Meeresforschung der Bundesregierung (1993)
Themenschwerpunkt: Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit Brasilien
Ziele:

Das Ziel ist der Einsatz moderner Technologien zur Entwicklung von Immunkompetenz-Assays für marine Invertebraten und - aufbauend auf das Screenen nach neuen Verbindungen von Pilzen und Schwämmen zur immunsuppressiven Therapie.

Die Aufgaben der Firma sind: (a) die Entwicklung von Techniken zur Signal-Amplifizierung und Stabilisierung der Reagenzien (Monat 1 - 12), (b) die Entwicklung der Immunkompetenz-Tests (ELISA-Kits; Aufreinigung der monoklonalen Antikörper und Stabilisierung der reagenzien; Monat 12 - 30) und (c) die Weiterentwicklung der Genchips (DNA-Microarrays) zur Prüfung des Gesundheitszustandes mariner Invertebraten (nach der Verfügbarkeit der spezifischen DNA-Sequenzen, Monat 25 - 30).

Weitere Aufgaben der Firma sind (d) die Herstellung der benötigten Mengen an Mikrotiterplatten/Testkits zur Durchführung der Feldexperimente/Validierungsversuche durch die weiteren Projektpartner und die Entwicklung von Prototypen der Kits (Monat 24 - 30). Die weitere Aufgabe besteht in der Strukturanalyse der isolierten Substanzen.

Ergebnisse: In Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Partner (sowie im Rahmen eines zweimonatigen Aufenthalts einer Mitarbeiterin der brasilianischen Partners im Labor des deutschen Partners in Mainz) konnte eine ELISA-Methode zur Nachweis der Expression von Stressproteinen in marinen Invertebraten (Muscheln und Schwämme) ausgearbeitet werden. Antikörper gegen Stresskinasen (MAP-Kinase p38) sowie gegen Immune-Response-Proteine (Allograft Inflammatory Factor, AIF) wurden gezogen. Ihre Expression konnte ebenfalls in Western-Blotting-Experimenten nachgewiesen werden. Feldexperimente an unterschiedlich pollutierten Regionen der brasilianischen Küste (Schwamm: Hymeniacidon heliophila; Muschel: Perna perna) wurden begonnen. Darüber hinaus wurden im Verlauf eines Besuches des deutschen Partners in Brasilien Baumschwämme in der Rio-Negro-Region im Dezember 2006 (vor Einsetzen der Regenperiode) gesammelt. Der Mechanismus der extremen Resistenz dieser Schwämme gegen Trockenheit wird derzeit untersucht. Zunächst aus adriatischen Schwämmen (Suberites domuncula; die Ausfuhrgenehmigung von Material aus Brasilien ist noch nicht erteilt) wurden vom Partner an der TU Braunschweig erste Pilzisolate gewonnen, die derzeit auf Bioaktivität untersucht werden.