Kurzname: SPACES II - BANINO
Projekt: SPACES II - BANINO: Benguela Niños: Physikalische Prozesse und langperiodische Variabilität
Laufzeit: 01.07.2018 bis 30.06.2021
Koordination:

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GEOMAR - Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Ozeanzirkulation und Klimadynamik
Düsternbrooker Weg 20
24105 Kiel

Projektpartner:

Universität Hamburg, CEN - Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit

Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) Warnemünde

Instituto Nacional de Investigação Pesqueira (INIP) Luanda [Angola]

National Marine Information and Research Centre (NatMIRC) Swakopmund, Erongo [Namibia]

Gobabeb Research and Training Centre [Namibia]

University of Cape Town (UCT) [Südafrika]

Programm: Küsten-, Meeres- und Polarforschung für Nachhaltigkeit (MARE:N)
Themenschwerpunkt: Wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit mit dem südlichen Afrika
Ziele:

Die Küstenstaaten von Südwestafrika sind in besonderer Weise vom Ozean abhängig. Ihre gesellschaftliche Entwicklung, Fischerei, und Tourismus werden aufgrund von Klimavariabilität und Klimawandel großen Veränderungen unterliegen. Der Einfluss des regionalen Klimawandels ist jedoch komplex und noch nicht vollständig verstanden. Es werden steigende Temperaturen, Ozeanversauerung und eine Verringerung des Sauerstoffgehalts erwartet. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit der Beeinflussung des Jahresgangs und der zwischenjährlichen Klimavariabilität. Tatsächlich sagen Klimamodelle für diese Region eine Verringerung der internen Variabilität bei globaler Erwärmung voraus, die einen großen Einfluss auf die biologische Produktivität und das regionale Ökosystem haben könnte.

Ziel von BANINO ist es, Prozesse, die den Küstenauftrieb vor Südwestafrika antreiben, zu verstehen sowie den Zusammenhang zwischen Variabilität im Küstenauftrieb und der tropischen Klimavariabilität zu untersuchen. Das Projekt basiert dabei auf einem weiteren Ausbau des Ozeanbeobachtungssystems vor der Küste von Angola und Namibia, der Analyse von in-situ und Satellitendaten sowie auf dem Einsatz von Ozean- und Klimamodellen. Mit Hilfe von Schiffsexpeditionen, verankerten Instrumenten, autonomen Messgeräten und Satellitendaten werden spezifische Prozesse untersucht, die den Küstenauftrieb und die biologische Produktivität grundlegend beeinflussen. Dazu zählen der ozeanische Antrieb durch den Wind, die Rolle von gezeitenerzeugten internen Wellen und die durch sie verursachte Vermischung auf dem Schelf, die Rolle von Frischwassereintrag durch Flüsse und Niederschlag, sowie frontale Prozesse an der Angola-Benguela-Frontalzone. Durch eine Synthese von hoch-aufgelöster Modellierung, Fernerkundung von Meeresoberflächenauslenkung, Temperatur, Salzgehalt und Chlorophyll, und von in-situ Beobachtungen, soll zudem der Austausch zwischen Ozeanrand und Ozeaninnerem sowie der Einfluss der Schichtung im Randstrom für die Entwicklung von Benguela Niños verstanden werden. Welche Auswirkungen und Rückkopplungen zwischen den ozeanischen Prozessen und der darüber liegenden Atmosphäre besteht, soll dann mit Hilfe von gekoppelten Klimamodellen untersucht werden. Ein langfristiges Ziel ist die Verbesserung des Verständnisses und der Vorhersage von Benguela-Niño-Ereignissen in Bezug auf deren Häufigkeit, Stärke, räumliche Struktur und Auswirkungen. Diese Warmwasserereignisse vor den Küsten von Angola und Namibia sind für ihre enormen Auswirkungen auf das Ökosystem, Fischerei und das regionale Klima (insbesondere Niederschlag) bekannt und sind deshalb von besonderer sozio-ökonomischer Relevanz.